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Karriere im Umweltmanagement
Was Personaler von Spitzensportlern lernen können

Jeder dritte Betrieb in Deutschland findet keine Lehrlinge. Das liegt auch an der stark reglementierten Ausbildung. Doch wenn Unternehmen gute Leute wollen, müssen sie flexibler werden. Profisportler könnten dabei helfen.

Sie sind ehrgeizig, gehen über ihre Grenzen und wollen immer die Besten sein. Profisportler haben Eigenschaften, die zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Forscher des Instituts für Sports, Business & Society haben die Eigenschaften von Top-Athleten und Fachkräften ohne Sportler-Vergangenheit verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass die Athleten disziplinierter sind, mehr Engagement zeigen und professioneller mit Belastungen umgehen.

Doch leistungsorientierte Persönlichkeitsmerkmale können keine fundierte Fachausbildung ersetzen. Zu starkes Engagement könne sogar hinderlich sein, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie „Kollege Spitzensportler“, wenn die Sportler zu perfektionistisch seien und ständig „über das Ziel hinaus schießen“.

Weltklassefechterin Britta Heidemann rät Hochleistungssportlern, sich frühzeitig um eine alternative Job-Option zu kümmern. „Ich finde es wichtig, dass sich Sportler auf eine zweite Karriere nach der aktiven Laufbahn vorbereiten.“ Heidemann selbst studierte neben dem Sport, arbeitet inzwischen als Strategieberaterin und hält Vorträge zum Thema Motivation und den Parallelen zwischen Sport und Management.

Mit der Doppelbelastung, neben einem Trainingspensum von 20 bis 30 Stunden in der Woche einen Beruf zu erlernen, muss auch Max Poschart klarkommen. Der 22-Jährige gehört zu den erfolgreichsten Flossenschwimmern Deutschlands. Er ist Weltmeister, Europameister, Deutscher Meister, Weltrekordhalter über 100 Meter und er ist Azubi. Im vergangenen Jahr hat Poschart eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement beim Wasserversorger OEWA, einem Unternehmen der Veolia-Gruppe, begonnen. „Ich hatte keine Ahnung, was ich werden wollte. Bei der OEWA habe ich die Möglichkeit, einen Beruf zu lernen und kann gleichzeitig morgens und abends trainieren“, sagt Poschart. „Durch eine gestreckte Ausbildung über vier Jahre unterstützt mich die OEWA enorm.“


Zusätzlich zu einer reduzierten Wochenarbeitszeit stellt Poscharts Arbeitgeber ihn bei Wettkämpfen frei. „Bis vor einem Jahr wusste ich noch gar nicht, wie es für mich nach dem Sport einmal weitergehen könnte“, sagt der Schwimmer. Doch ein Laufbahnberater des Olympiastützpunktes in Leipzig konnte den Kontakt zu seinem Ausbildungsbetrieb über die Industrie- und Handelskammer herstellen.

Perspektivlosigkeit ist der Hauptgrund, warum sich erfolgreiche Spitzensportler komplett gegen ihre athletische Karriere entscheiden. Eine Studie der Deutschen Sporthilfe kam bereits 2015 zu dem Ergebnis, dass 37 Prozent der Spitzensportler ihre Karriere vorzeitig abbrechen, weil sie sich einen Job suchen müssen und nicht, weil sie verletzungsbedingt oder aus Altersgründen ausscheiden. Die Zahlen sprechen für sich: Von 5000 Hochleistungsathleten machen laut dem Deutschen Olympischen Sportbund nur 150 eine betriebliche Ausbildung. Der geringe Anteil relativiert sich nur dadurch, dass 2000 der Profisportler noch zur Schule gehen und 1000 Aussteiger für die jährliche Fluktuation sorgen.

Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen Unternehmen flexibler werden und langfristiger planen. Die zentrale Herausforderung ist, als Ausbildungsbetrieb auch Bewerber mit atypischen Lebensläufen anzusprechen. Dazu rät der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in der Umfrage „Ausbildung 2017“, in der 10.500 Betriebe zu ihrer Ausbildungssituation befragt wurden. Es sei „umso wichtiger, dass wir vorhandene Potenziale nutzen, insbesondere von Studienabbrechern, Lernschwächeren und Flüchtlingen“, fordert Eric Schweitzer.

Für den Umweltdienstleister Veolia ist die Sportförderung ein fester Eckpfeiler auch über das Ausbildungsprogramm hinaus. Zuletzt wurde das Unternehmen von der gleichnamigen Initiative als Fair Company ausgezeichnet, womit sich Arbeitgeber gegen die Ausbeutung des akademischen Nachwuchses aussprechen und auch entsprechend handeln. Insgesamt 300 Auszubildende und Studenten machen derzeit bei Veolia eine Ausbildung oder ein duales Studium. 155 von ihnen haben ihre Ausbildung im August 2017 begonnen.

Dass Veolia, ein Unternehmen mit insgesamt 12.000 Beschäftigten in Deutschland, nicht in dem Maße von der Azubikrise betroffen ist wie andere, meist kleinere Betriebe, hat auch etwas mit dem vielfältigen Ausbildungsangebot zu tun. Jedes Jahr bilden die Geschäftsbereiche Wasser, Entsorgung und Energie sowie der Industrieservice in über 28 verschiedenen Berufsbildern aus. Angehende Anlagenmechaniker werden ebenso regelmäßig gesucht wie Kaufleuten im Groß- und Außenhandel oder Technische Produktdesigner. Das duale Studium umfasst allein sieben verschiedene Bachelor-Abschlüsse.

Den Bewerbern bieten die Kreislauf-, Abfall- und Energiewirtschaft als zukunftsorientierte Branchen enormes Entwicklungspotenzial, ist doch die Generation Y dafür bekannt, besonders viel Wert auf sinnstiftende Jobs zu legen, die der Nachhaltigkeit dienen. In diesem Punkt dürften sich Spitzensportler und Nicht-Athleten wohl kaum voneinander unterscheiden.