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Kühlgeräte-Recycling
Wohin mit FCKW?

In vielen Küchen surrt heimlich ein Klimakiller vor sich hin. FCKW-betriebene Kühlschränke sind längst verboten, doch die umweltgerechte Entsorgung ist schwierig. Sie zahlt sich aber aus – auch im Kampf gegen das Ozonloch.

FCKW-betriebene Kühlschränke werden längst nicht mehr produziert. Dennoch stehen sie noch in vielen deutschen Küchen. Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) sind in den Geräten zwar längst verboten und auch der chlorfreie Nachfolger KW wird schrittweise abgeschafft – doch in vielen Haushalten wird Milch, Käse, Fleisch oder Gemüse noch immer mit den klimaschädlichen Stoffverbindungen gekühlt.

Entsorgungsunternehmen stellt das vor Herausforderungen. In Deutschland werden jedes Jahr mehrere Millionen Kühlgeräte ausrangiert. Sie stammen aus Privathaushalten, Großküchen oder von Firmen. Darunter sind häufig auch Modelle, die noch vor dem FCKW-Verbot gebaut wurden. Etwa 40 Prozent der Kühlschränke, die in einer Aufbereitungsanlage recycelt werden, enthalten noch FCKW. Dort müssen sie so in ihre Einzelteile zerlegt werden, dass keine schädlichen Stoffe in die Atmosphäre gelangen.

Eine der modernsten Kühlgeräterecyclinganlagen Europas betreibt Veolia im Norden von Hannover. Hier werden nicht nur ozonschicht- und klimaschädigende Modelle aller Größen umweltgerecht verwertet, sondern auch solche, in denen seit dem FCKW-Verbot von 1995 brennbare Treibmittel wie Pentan zur Kühlung und Isolierung eingesetzt werden. „Mit unserer Anlage sind wir imstande, die Rückgewinnung beider Gase im Mischbetrieb zu gewährleisten“, sagt Anlagenleiterin Jessica Stolz.

Rund 800 Kühlgeräte pro Tag werden am Veolia-Standort in Hannover im Zweischichtbetrieb recycelt. Fast alle Bestandteile können dabei verwertet werden. Die einzelnen Materialien werden als Sekundärrohstoffe an weiterführende Verwerter zur Neuproduktion weitergeleitet. Der Kunststoff aus Türen und Gehäusen kann zu Granulat verarbeitet und für die Produktion von Wasserrohren eingesetzt werden. Metallteile werden von Hüttenwerken eingeschmolzen und z. B. für die Produktion von Stahlträgern verwendet.

„Vermeintliche Abfälle als Ressource zu sehen und in geschlossene Kreisläufe einzubringen, das ist ein Schlüssel zu einem zukunftsfähigen und nachhaltigen Wirtschaftsmodell weltweit“, sagt Etienne Petit, Landesdirektor von Veolia Deutschland. Lediglich die im Kühlkreislauf und in Isolierungen enthaltenen ozonschädlichen Stoffe müssen endgültig vernichtet werden.

Dazu werden Kältemittel und Kältemaschinenöle abgesaugt und getrennt. Das Öl wird ausgegast, das Kältemittel durch eine Druckerhöhung kondensiert und beides anschließend separat abgefüllt. Der nach dem Schredder-Prozess separierte Polyurethan-Schaum aus den Isolierungen wird durch eine Pelletierpresse geschickt, wo durch hohe Temperaturen und Druck das Treibmittel ausgegast wird. Die dabei austretenden Gase werden kontrolliert abgesaugt und in einer gasdichten Anlage aufgearbeitet und kondensiert. Die so gewonnenen flüssigen FCKW und Kohlenwasserstoffe werden anschließend abgefüllt und zur Beseitigung an Fachfirmen weitergeleitet.

Mit dem Montrealer Protokoll von 1987 einigten sich 197 Staaten darauf, den Einsatz von FCKW langfristig zu verbieten. Das fachgerechte Kühlgeräterecycling trägt dazu bei, dass die Emission von FCKW weltweit auf ein Minimum reduziert wird. Und mittlerweile bildet sich das Ozonloch über der Antarktis langsam zurück.