Handelsblatt

_

Alpine Ski-WM: Neureuther holt Silber im Slalom-Krimi

Felix Neureuther hat bei der Ski-WM Silber im Slalom gewonnen und damit eine schier endlose Durststrecke der deutschen Alpin-Herren beendet. Am WM-Schlusstag präsentierte sich Schladming im totalen Ausnahmezustand.

Felix Neureuther auf der Fahrt zu Silber. Quelle: SID
Felix Neureuther auf der Fahrt zu Silber. Quelle: SID

Schladming„Yes Baby“, „Ja Mann“ - Felix Neureuther schrie die Freude über die WM-Medaille lauthals hinaus. In einem hoch dramatischen Slalom-Krimi beendete der Partenkirchener Skirennfahrer am Sonntag in Schladming mit seinem ersten Titelkampf-Coup die quälend lange Wartezeit von zwölf Jahren ohne Einzelmedaille eines Alpin-Herren. Sein Silber bedeutete die erste WM-Medaille für die deutschen Männer seit Bronze in der Abfahrt von Florian Eckert 2001 und die erste im Slalom seit 1989. Nach einem nervenstarken Angriff durfte Neureuther einen Tag nach dem Torlauf-Aus von Maria Höfl-Riesch sogar etwas mehr als eine Minute lang auf Gold hoffen, ehe sich der Marcel Hirscher mit klaren Vorsprung an die Spitze setzte. Bronze ging an Mario Matt (Österreich). Fritz Dopfer (Garmisch) belegte Rang sieben.

Anzeige

Begeistert hüpfte der Österreicher gefeiert von rund 40 000 Fans im Zielraum umher, warf sich in den Schnee, Neureuther war der erste Gratulant. Er umarmte Hirscher herzlich, klopfte ihm auf die Schulter - die beiden besten Slalomfahrer der Saison hatten es auch zum Saisonhöhepunkt auf das Podest geschafft. „Es ist gewaltig, es sind gerade so die Emotionen hochgekommen, das war heute absolute Schmerzgrenze“, sagte ein tief bewegter Neureuther und musste sich beim Interview-Marathon auch eine Träne aus den Augen wischen. Und obwohl es für ihn das „Anstrengenste war, was ich je gemacht hatte“, scherzte er auch schnell wieder. „Die Revanche von Cordoba ist mir nicht ganz gelungen, aber nahezu.“

Felix Neureuther bejubelt seinen zweiten Platz. Quelle: dpa
Felix Neureuther bejubelt seinen zweiten Platz. Quelle: dpa

Erstmals seit Florian Eckert 2001 gab es wieder Einzeledelmetall für die deutschen Alpinen. „Für uns ist das ein extremes Erlebnis, hier bei dem Slalom dieses Ergebnis zu erzielen“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. „Man fährt mit vier Medaillen heim, unser Wunsch waren guter Sport und drei Medaillen. Die letzte Herrenmedaille 2001, die letzte Slalommedaille 89 - das ist für uns historisch. Ich bin extrem stolz auf diese Jungs.“

Einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze lautete die Bilanz des Deutschen Skiverbandes (DSV) ein Jahr vor Olympia. Vier Medaillen - das gab es für die deutschen Alpinen zuletzt 1997 in Sestriere, als zweimal Silber und zweimal Bronze zu Buche gestanden hatten. „Eine wichtige und Mut machende Fortsetzung und Dokumentation der Alpin-Strategie, die sowohl für Sotschi als auch für die Zeit danach schöne Perspektiven bietet“, betonte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Platz eins im Medaillenspiegel ging mit viermal Gold an die USA.

  • 17.02.2013, 16:47 UhrW.Fischer

    Ein hoch auf Felix Neureuther, den Beamten des einfachen Zolldienstes in der Bundeszollverwaltung, wo er Mitglied des Zoll Ski Teams ist.
    Was für ein Erfolg nach all den vielen Jahren.
    Danke Felix, du machst die Steuerzahler glücklich.

  • Die aktuellen Top-Themen
20. Bundesliga-Spieltag: Dortmund verliert, Bayer rettet Punkt

Dortmund verliert, Bayer rettet Punkt

Borussia Dortmund verabschiedet sich mit einer grauenvollen Vorstellung in die Winterpause. Nach der Niederlage in Bremen überwintert der BVB auf einem Abstiegsplatz. Auch Schalke lässt Punkte liegen. Der Spieltag.

Fußball Bundesliga: Torflaute der Hinrunde: Hamburger SV

Torflaute der Hinrunde: Hamburger SV

Ladehemmung, Torschusspanik, Horrorserie: Geschlagene 507 Minuten mussten die leidgeprüften Fans des Hamburger SV auf das erste Tor ihrer Elf warten.

Fußball Spanien: Tor-Premiere für Suárez beim Barcelonas Pflichtsieg

Tor-Premiere für Suárez beim Barcelonas Pflichtsieg

Barcelonas 81-Millionen-Euro-Stürmer Luis Suárez hat seine Tor-Premiere in der Primera Division gefeiert.