0:1 gegen AC Mailand - Schwache Partie
Inzaghi erwischt BVB eiskalt

Borussia Dortmund hat die Reifeprüfung gegen den AC Mailand nicht bestanden und seine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League verspielt. Mit dem 0:1 (0:0) gegen den dreifachen Weltpokalsieger kassierte der deutsche Meister am Mittwochabend seine erste Heimniederlage seit 20 Spielen und verlor Platz eins in der Zwischenrunden-Gruppe C an die Italiener.

HB/dpa DORTMUND. Filippo Inzaghi (49.) nutzte vor 52 000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion seine einzige Chance im Spiel zum neunten Wettbewerbs-Tor und entschied eine Partie, in der der BVB erst in der Schlussphase mit aller Macht auf den Ausgleich drängte. In der Nachspielzeit verpasste Tomas Rosicky das 1:1, als er aus 16 Metern nur die Latte traf.

Bei Temperaturen um minus fünf Grad gelang es beiden Mannschaften nur selten, die frierenden Fans mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Italiens Ministerpräsident und Milan-Clubchef Silvio Berlusconi an der Spitze mit spielerischen Delikatessen zu erwärmen. Auch Marcio Amoroso konnte dem BVB-Spiel bei schwierigen äußeren Bedingungen diesmal nicht die erhofften Glanzlichter aufsetzen. Der Brasilianer, vor acht Monaten dreifacher Torschütze bei der 4:0-Gala gegen Milan im Uefa-Cup-Halbfinale und nach seinem Doppelpack gegen Kaiserslautern von Beginn an aufgeboten, erzielte in der Spitze ebenso wenig Wirkung wie seine Nebenleute Ewerthon und Jan Koller.

Gegen die gut postierte Vierer-Abwehrkette der Italiener blieb die von Trainer Matthias Sammer gewählte offensive Ausrichtung auch deshalb ohne Wirkung, weil die Dortmunder ihre Angriffe zu langsam und vorsichtig vortrugen. Im Mittelfeld klug gestaffelt ließ der 85 Minuten lang ohne Weltmeister Rivaldo spielende Tabellenführer der Serie A kaum Raumgewinne des deutschen Meisters zu. So waren die wenigen Torchancen vor der Pause eher Produkte des Zufalls.

In der 20. Minute flog ein Distanzschuss von Rosicky aus gut 25 Metern knapp über das vom Brasilianer Dida gehütete Tor. Eine Viertelstunde später vereitelte Dede mit seiner Rettungsaktion in höchster Not gegen Clarence Seedorf Flurschaden für den BVB. "Man merkt, dass beide Mannschaften gehörigen Respekt voreinander haben", stellte BVB-Manager Michael Meier zur Halbzeit fest.

Doch nur vier Minuten nach Wiederbeginn stellte Milans Topstürmer Inzaghi seine Klasse unter Beweis, als er wie beim 2:1-Vorrundensieg bei den Münchner Bayern gleich die erste Chance des Spiels nutzte. Von Seedorf freigespielt, schüttelte der von Christoph Metzelder beschattete Torjäger seine Bewacher ab und ließ auch dem bis dahin nur mit Rückgaben beschäftigten Jens Lehmann keine Chance.

Obwohl Sammer mit Lars Ricken, Evanilson und Giuseppe Reina nach und nach drei frische Kräfte ins Spiel brachte, fehlten es den Borussen im Spiel nach vorne weiter an zündenden Ideen. Pech hatte Metzelder, der das Milan-Tor in der 70. Minute knapp verfehlte. Doch auch die Gäste blieben bei ihren Kontern jederzeit torgefährlich, ließen allerdings nun im Abschluss die Konzentration vermissen.

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