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0:2 bei Inter: Bremer Fehlstart nach Ismaels Notbremse

Valerien Ismael hat Werder Bremen nach elfjähriger Abstinenz die Rückkehr in die Champions League verdorben.

dpa MAILAND. Valerien Ismael hat Werder Bremen nach elfjähriger Abstinenz die Rückkehr in die Champions League verdorben.

Bei der 0:2 (0:1)-Niederlage des deutschen Meisters bei Inter Mailand sah der französische Verteidiger bereits nach fünf Minuten wegen einer Notbremse die Rote Karte und läutete damit den Fehlstart in der Königsklasse ein.

Zwar parierte der in Weltklasseform aufspielende Torhüter Andreas Reinke den fälligen Strafstoß von Christian Vieri. Doch beim weitaus umstritteneren Foulelfmeter von Adriano (34.) war ebenso machtlos wie beim zweiten Tor des überragenden Brasilianers in der 89. Minute. Vor dem Heimspiel am 29. September gegen den FC Valencia blieb für die aufopferungsvoll kämpfenden Bremer wenigstens die Gewissheit, dass die Moral in der Mannschaft trotz nunmehr drei Pflichtspiel- Niederlagen in Folge intakt ist. Kurz vor dem 0:2 hatte der kurz zuvor eingewechselte Miroslav Klose sogar den Ausgleich auf dem Fuß.

Werder-Trainer Thomas Schaaf zog nur eine Konsequenz aus der 1:3- Pleite in Mönchengladbach. Für den außer Tritt geratenen Nationalstürmer Klose brachte er den erst 20-jährigen Nelson Valdez, "weil er gut in Form ist und unbekümmert aufspielen kann". Doch der Paraguayer hatte praktisch keine Gelegenheit, sich in der Offensive auszuzeichnen, sondern musste nach der frühen Dezimierung mehr Abwehrarbeit leisten als ihm lieb war.

Denn Ismaels doppelter Aussetzer in der 5. Minute brachte Werder schon früh in eine aussichtslose Lage und belegte, dass der Franzose derzeit meilenweit von der überragenden Form der vergangenen Saison entfernt ist. Nach seinem Stellungsfehler gegen den enteilten Adriano ging Ismael derart unbeholfen in den Zweikampf mit dem Brasilianer, dass dem slowakischen Schiedsrichter Lubos Michel gar keine Wahl blieb: Er schickte den Abwehrspiel er vom Feld und entschied auf Elfmeter, doch Torhüter Reinke parierte den unpräzisen Schuss von Stürmerstar Christian Vieri.

Werder wehrte sich nach Kräften und mit großer Laufbereitschaft gegen die Angriffe der klar tonangebenden Gastgeber. Die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini, der Edgar Davids nur als Reservist aufbot, agierte sehr offensiv und hatte eine Reihe guter Chancen. Mehrfach stand Reinke im Brennpunkt, unter anderem in der 9. Minute gegen den freistehenden Niederländer Andy van der Meyde oder bei einem Drehschuss von Vieri (45.).

Die Führung verdankten die Italiener einem erneuten und aus Bremer Sicht diesmal unberechtigten Elfmeterpfiff von Michel: Kapitän Frank Baumann, für Ismael in die Innenverteidigung gerückt, startete seine Attacke gegen Adriano vor der 16-Meter-Linie, brachte den Brasilianer aber erst im Strafraum zu Fall. Die "klare Fehlentscheidung", so Sportdirektor Klaus Allofs, nutzte der Gefoulte selbst und verwandelte zum 1:0. Zu allem Übel musste Baumann auch noch mit einer Schienbeinverletzung vom Feld. Für ihn kam Ludovic Magnin.

Die Bremer hatten ihre einzig vielversprechende Offensiv-Aktion Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, als Tim Borowskis Schuss nur knapp am Pfosten vorbeistrich. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich nichts am Kräfteverhältnis. Werder kämpfte um den Ausgleich, Inter hatte die klaren Torchancen. Reinke verhinderte mit Glanzparaden gegen Vieri (60.), van der Meyde (68.) und Dejan Stankoviv (79.) die vorzeitige Entscheidung. Gegen Adrianos Schuss kurz vor Schluss aber war er chancenlos.

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