0:2-Niederlage in letztem EM-Vorbereitungsspiel
Ungarische Elf führt DFB-Team vor

Schlechter hätte die Generalprobe für die Fußball-Europameisterschaft in Portugal gar nicht über die Bühne gehen können. Das DFB-Team hat sich in sämtlichen Mannschaftsteilen extrem schwach präsentiert - und ist so gegen eine flott aufspielende ungarische Elf untergegangen.

HB KAISERSLAUTERN. Einen Tag nach dem missglückten Test des Erzrivalen Niederlande beim 0:1 gegen Irland blamierte sich der Vize-Weltmeister am Sonntagabend im 50. Länderspiel unter der Regie von Teamchef Rudi Völler mit 0:2 (0:2) gegen Ungarns Verlegenheitself. Vor 36 073 Zuschauern im Fritz- Walter-Stadion von Kaiserslautern bestrafte Doppel-Torschütze Sandor Torghelle (7./31.) zwei von zahlreichen Fehlern der deutschen Mannschaft. Nach dem Spiel verabschiedeten sich die Akteure in einen zweitägigen Heimaturlaub, ehe sie sich am Mittwochmorgen in Frankfurt/Main wieder treffen und von dort aus nach Faro fliegen.

Neun Tage vor dem Ernstfall gegen die "Oranje"-Elf in Porto offenbarte die deutsche Elf Mängel in allen Mannschaftsteilen und beging zudem den kapitalen Fehler, das vermeintlich harmlose Not-Team von Lothar Matthäus auf die leichte Schulter zu nehmen. Zudem mussten die Spieler den Strapazen des 13-tägigen Trainingslagers im Schwarzwald Tribut zollen. So fehlten neben der Einstellung auch die geistige und körperliche Frische, um die verfahrene Situation nach dem frühen Rückstand noch in den Griff zu bekommen. Ein gellendes Pfeifkonzert der Fans war die Quittung für desolate erste 45 Minuten.

Einzige Lichtblicke in einer enttäuschenden Elf waren Philipp Lahm, der in der Defensive kaum Fehler beging und sich mutig in den Spielaufbau einschaltete, und Bastian Schweinsteiger. Der nach der Pause eingewechselte Münchner überzeugte ein paar Mal durch Spielwitz und deutete ebenso wie der Kölner Lukas Podolski, der in der 74. Minute als 26. Debütant unter Völler für Fredi Bobic aufs Feld kam, sein großes Potenzial an. In der 86. Minute verpasste Schweinsteiger die große Chance, auf 1:2 zu verkürzen.

Dagegen war von den vier EM-Musketieren im Mittelfeld wenig zu sehen. Während sich Michael Ballack zumindest bemühte, Ordnung in die zerfahrenen Aktionen zu bringen, misslang Dietmar Hamann und vor allem Torsten Frings und Bernd Schneider praktisch alles. Im Deckungsverbund fehlte zwischen Jens Nowotny und Christian Wörns häufig die Abstimmung. Andreas Hinkel konnte nicht nachweisen, dass er mehr als ein Platzhalter für Arne Friedrich ist, der nach dem Training am Morgen wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel passen musste.

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