1:1 gegen den Angstgegner
Schweden lässt England zittern

Angstgegner Schweden hat den Favoriten England zum Auftakt der 17. Fußball-Weltmeisterschaft an den Rand einer Niederlage gebracht.

dpa SAITAMA/JAPAN. Nach dem 1:1 (1:0) gegen den vermeintlich schwächsten Kontrahenten in der "Hammergruppe" F steht das Mutterland des Fußballs in den folgenden Vorrundenspielen gegen Argentinien und Nigeria bereits mit dem Rücken zur Wand. Niclas Alexandersson sorgte am Sonntag in Saitama mit seinem Ausgleichstor in der 59. Minute für große Ernüchterung bei mindestens 10 000 englischen Fans unter den 62 725 Zuschauern in der größten reinen Fußball-Arena Japans. Sol Campbell (24.) hatte die eine Halbzeit lang dominierenden Engländer gegen die zuletzt 1968 bezwungenen Skandinavier in Führung gebracht.

Die Schweden hatten kurzfristig auf den im Abschlusstraining verletzten Abwehrchef Patrik Andersson verzichten müssen. Für den ehemaligen Bayern-Profi rückte der Rostocker Andreas Jakobsson ins Zentrum der Deckung. Dagegen konnte der an einer Hüftprellung laborierende Freddie Ljungberg nach bestandenem Belastungstest zum ersten WM-Spiel auflaufen.

Doch nicht die Skandinavier, sondern die aggressiv beginnenden Engländer bestimmten zunächst Tempo und Rhythmus eines Kampfspiels, in dem technische Feinheiten Mangelware blieben. Ashley Cole und David Beckham bei seinem ersten Einsatz nach siebenwöchiger Verletzungspause machten auf den Außenpositionen mächtig Dampf, doch in der Mitte hatte vor allem Michael Owen gegen die schwedischen Abwehr-Routiniers einen schweren Stand. Kein Wunder, dass das Führungstor einer Standardsituation entsprang: Campbell verwandelte einen mustergültig hereingegebenen Eckball von Beckham per Kopf zu seinem ersten Länderspiel-Treffer.

Die Antwort der Schweden auf diesen Rückstand ließ zunächst auf sich warten. Das Spiel der Nordeuropäer wirkte zu durchsichtig und hausbacken, um Englands Abwehrbollwerk ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Einzig von Marcus Allbäck ging gelegentlich Gefahr für das Tor von David Seaman aus. Der Angreifer des SC Heerenveen scheiterte bei der ersten Chance für das Drei-Kronen-Team vor der Pause an dem aufmerksamen Torwart-Oldie (39.).

Doch als die Engländer nach dem Seitenwechsel unverständlicherweise das Tempo drosselten, drehten die Skandinavier auf, auch wenn ihnen beim Ausgleich das Glück zur Seite stand. Als Danny Mills mit einer missglückten Abwehraktion Alexandersson den Ball maßgerecht vorlegte, ließ sich der 30-Jährige vom FC Everton die Gelegenheit aus 16 Metern nicht entgehen. Wenig später verhinderte Seaman mit zwei tollen Parade gegen Teddy Lucic (61./64.) den drohenden Rückstand. Danach zischte ein Distanzschuss von Tobias Linderoth haarscharf über die Latte (66.).

Statistik zum Spiel:

England: Seaman - Mills, Ferdinand, Campbell, Ashley Cole - Beckham (64. Dyer), Hargreaves, Scholes, Heskey - Owen, Vassell (74. Joe Cole)

Schweden: Hedman - Mellberg, Jakobsson, Mjällby, Lucic - Alexandersson, Linderoth, Magnus Svensson (56. Anders Svensson), Ljungberg - Allbäck (80. Andreas Andersson), Larsson

Schiedsrichter: Simon (Brasilien) - Zuschauer: 62 725

Tore: 1:0 Campbell (24.), 1:1 Alexandersson (59.)

Gelbe Karten: Campbell / Allbäck, Jakobsson

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