1:1 gegen Mexiko
Del Piero erlöst Italien

Alessandro del Piero verhindert das größte Debakel der "Squadra Azzurra" bei einer Weltmeisterschaft seit 28 Jahren. Mit einem Kopfballtor in der 85. Minute beendet der kurz zuvor eingewechselte Turiner das große Zittern um den Einzug ins Achtelfinale. Bis dahin hätte sich Kroatien mit einem Treffer gegen Ecuador jederzeit vor die Italiener schieben können.

dpa OITA. Alessandro del Piero hat Fußball-Italien von Höllenqualen erlöst und das größte Debakel der "Squadra Azzurra" bei einer Weltmeisterschaft seit 28 Jahren verhindert. Fünf Minuten vor Schluss köpfte der gerade eingewechselte Angreifer von Juventus Turin den dreifachen Weltmeister mit dem 1:1 (0:1) gegen Mexiko ins WM- Achtelfinale. Nach dem Rückstand durch einen Kopfball von Jared Borgetti (34.) hatte dem Team von Giovanni Trapattoni vor 39 291 Zuschauern in Oita der sechste Vorrunden-K.o. bei einer WM gedroht.

Als Gruppen-Zweiter trifft die "Squadra Azzurra", die zuletzt 1974 bei der WM-Endrunde in Deutschland bereits nach der Vorrunde die Koffer packen musste, auf den Sieger der Gruppe D. Die Mexikaner, die dicht vor ihrem ersten Länderspiel-Sieg gegen Italien standen, spielen im Achtelfinale gegen den Zweiten dieser Staffel.

Wild gestikulierend und übernervös verfolgte "Maestro" Trapattoni am Spielfeldrand die Darbietung seines Teams, die auch für ihn zur Abschiedsvorstellung hätte werden können. Das Star-Ensemble in Blau und Weiß offenbarte in der Abwehr unerklärliche Schwächen und litt unter Fehlzündungen im Angriff. Der dreifache Turnier-Torschütze Christian Vieri konnte sich in vorderster Linie eben so wenig durchsetzen wie sein Sturmpartner Filippo Inzaghi, den "Trap" erstmals im Turnier von Anfang an aufgeboten hatte.

Das Vorrunden-Finale begann für die Italiener so, wie die Partie gegen Kroatien aufgehört hatte: Mit einem nicht anerkannten Tor. Als Inzaghi in der 13. Minute den Ball an Mexikos Keeper Oscar Perez vorbei einschob, pfiff Schiedsrichter Carlos Simon aus Brasilien den Stürmerstar des AC Mailand wegen angeblicher Abseitsstellung zurück. Für reguläre Treffer der vor der Pause dominierenden "Azzurri" hätte Francesco Totti sorgen können. Erst schoss der Spielmacher des AS Rom, von Inzaghi glänzend freigespielt, knapp vorbei (19.), dann verfehlte sein Freistoß (24.) sein Ziel.

Die Mexikaner agierten aus einer sicheren Abwehr diszipliniert und umsichtig, wobei Gerardo Torrado und Ramon Morales das Spiel aus dem Mittelfeld ankurbelten. Trotzdem blieben Chancen für die Mittelamerikaner zunächst Mangelware. Doch als Borgetti nach einer Flanke von Cuauhtemoc Blanco höher sprang als Abwehr-Recke Paolo Maldini, war auch Gianluigi Buffon im italienischen Tor machtlos. Konsterniert und mit hängenden Köpfen schlichen die "Azzurri" zur Pause in die Kabine.

Auch die Kunde von der 1:0-Führung Ecuadors gegen Kroatien in Yokohama brachte das Spiel der Italiener nicht auf Touren. Nach einem tollen Solo im Strafraum verpasste Jesus Arellano frei vor Buffon das mögliche 2:0 (54.) und damit den K.o. für den dreifachen Champion. Neun Minuten später lag der Ball zum zweiten Mal im mexikanischen Tor, diesmal hatte der eingewechselte Vincenzo Montella aus Abseitsposition getroffen. Anschließend stand der blitzschnell reagierende Perez dem vierten WM-Tor von Vieri (71.) im Wege.

Statistik zum Spiel:

Mexiko: Perez - Vidrio, Marquez, Carmona - Arellano, Rodriguez (76. Garcia), Torrado, Morales (76. Caballero), Luna - Blanco, Borgetti (80. Palenzia)

Italien: Buffon - Cannavaro, Nesta, Maldini - Zambrotta, Tommasi, Zanetti, Panucci (69. Coco) - Totti (78. del Piero) - Inzaghi (56. Montella), Vieri

Schiedsrichter: Simon (Brasilien)

Zuschauer: 39 291

Tore: 1:0 Borgetti (34.), 1:1 del Piero (85.)

Gelbe Karten: Arellano, Perez / Cannavaro, Panucci, Zambrotta, Montella

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