1,1 Milliarde für UMTS: KPN will in deutschen Markt investieren

1,1 Milliarde für UMTS
KPN will in deutschen Markt investieren

Die niederländische Telefon-Gesellschaft KPN will mit ihrer defizitären Mobilfunk-Tochter E-Plus in drei bis fünf Jahren einen Marktanteil von 20 Prozent in Deutschland erreichen.

Reuters HANNOVER. "Wir sind weiter sehr interessiert an diesem Markt... und werden alles Nötige tun", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer am Mittwoch auf der weltgrößten Technologie- und Computermesse Cebit in Hannover. "Wenn mehr Geld nötig ist, dann werden wir mehr Geld hineinstecken. Wenn der Markt sich schneller entwickelt als wir bisher dachten, werden wir unsere Investitionen im Einklang mit dem Markt vorziehen". E-Plus ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland, dem größten und teuersten Mobilfunk-Markt Europas.

KPN will nach eigenen Angaben 1,1 Milliarde Euro in den Aufbau des UMTS-Netzes investieren. Davon sind 300 Millionen Euro bereits für dieses Jahr verplant, ehe dann ab Anfang 2004 der Multi-Media-Dienst in Betrieb gehen soll. E-Plus hatte zuletzt Marktanteile an die größeren Konkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone verloren und bewegt sich derzeit bei einem Anteil von etwa zwölf Prozent.

Immer wieder kamen Spekulationen auf über eine Fusion mit dem kleinsten deutschen Mobilfunkanbieter O2, der seinen Marktanteil mittlerweile auf knapp acht Prozent ausbauen konnte.

Mit einer Fusion könnte KPN relativ exakt den angepeilten Marktanteil von 20 Prozent in Deutschland erreichen. Außerdem dürfte E-Plus die Gewinnschwelle überschreiten, wenn es dem Unternehmen gelingt, die Zahl seiner Kunden auf etwa zehn Millionen von derzeit 7,5 Millionen zu erhöhen. Nach den Worten Scheepbouwers gibt es allerdings keine "offiziellen" Gespräche zwischen den beiden Firmen. Es fänden lediglich die in der Geschäftswelt üblichen Treffen zwischen Mitarbeitern beider Unternehmen statt, sagte er.

In der Zwischenzeit will KPN für Teile des UMTS-Netzes des früheren Konkurrenten Mobilcom bieten. Das in Schwierigkeiten geratene deutsche Unternehmen hat seine UMTS-Pläne vorerst auf Eis gelegt. Mobilcom hatte nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Euro ausgegeben, um 6000 Stück Land zu pachten, einige Mobilfunkmasten zu errichten und andere Ausrüstungsgegenstände für den UMTS-Betrieb anzuschaffen.

Ein Gebot für Teile des UMTS-Netzes von Mobilcom werde vermutlich im Bereich von mehreren zehn Millionen Euro liegen, sagte Scheepbouwer. E-Plus-Chef Uwe Bergheim sagte, der Konzern wolle bis Ende des Monats ein Gebot abgeben.

Scheepbouwer sagte zugleich allerdings, dass KPN nicht auf einen Abschluss angewiesen sei. "Es wird uns keine Unmengen Geld sparen...und ist nicht unerlässlich (für unsere Pläne)", sagte er. KPN könnte auch eine Partnerschaft zur Nutzung eines fremden Netzes eingehen. Scheepbouwer hat aber nach eigenen Worten bisher noch kein attraktives Angebot erhalten.

O2 will im laufenden Jahr zwischen 500 und 700 Millionen Euro ausgeben, um sein UMTS-Netz aufzubauen. Dazu zählt auch die Zahlung von 210 Millionen Euro an die Deutsche Telekom für die erweiterte Nutzung des Netzes ihrer Mobilfunk-Tochter T-Mobile.

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