1,1 Mrd. in neue Produktionstechnologie investiert
Infineon erwartet Wachstum auf Speicherchip-Markt

Der Halbleiter-Hersteller Infineon Technologies AG rechnet im kommenden Jahr mit einem Volumenwachstum des weltweiten Marktes für Speicherkapazität um etwa die Hälfte.

Reuters DRESDEN. Infineon gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherbits im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent steige, teilte Vorstandschef Ulrich Schumacher am Mittwoch in Dresden mit, wo der Konzern die weltweit erste Volumenproduktion von Halbleitern auf größeren 300-Millimeter-Siliziumscheiben ("Wafern") startete. Trotz der schweren Krise auf dem Markt für Speicherchips investierte Infineon rund 1,1 Mrd. Euro in die neue Produktionstechnologie, mit der die Kosten für die Chip-Herstellung um rund die Hälfte gesenkt werden sollen.

"Antizyklisches Investitionsverhalten ist im Halbleitermarkt Voraussetzung für künftige Erfolge", sagte Schumacher. Die Speicherchip-Hersteller leiden derzeit unter der schwersten Krise der Branche. Die Preise liegen seit Monaten unter den Herstellungskosten, so dass die Produzenten rote Zahlen schreiben. Auch Infineon hat nach einem operativen Verlust von 931 Mill. Euro allein mit DRAMs im vergangenen Geschäftsjahr massive Sparmaßnahmen und den Abbau von weltweit 5 000 Mitarbeitern angekündigt. Die 300-Millimeter-Technologie war davon aber nicht betroffen, weil sich Infineon hier als Vorreiter sieht und seinen Vorsprung in der zukunftsträchtigen Technologie behalten will.

Bei der neuen Produktionsart können den Angaben zufolge auf größeren Siliziumscheiben 2,5 Mal mehr Halbleiter hergestellt werden als bei der herkömmlichen 200-Millimeter-Technologie. Zusätzlich habe Infineon die Struktur der Chips verkleinert, so dass insgesamt 3,5 Mal so viele Chips auf einem Wafer produziert würden und die Kosten insgesamt um rund die Hälfte sinken. "Wir investieren hier in Dresden in eine Technik, mit der wir die kleinsten Chips auf den größten Wafern zu niedrigsten Kosten produzieren können", erläuterte Schumacher.

Infineon ist nach eigenen Angaben der erste Hersteller, der eine Volumenproduktion auf 300-Millimetern-Wafern gestartet hat. Konkurrenten wie Micron oder Samsung befänden sich noch in der Pilotphase.

Insgesamt beschäftigt Infineon in Dresden 4 300 Mitarbeiter, davon 800 in der 800-Millimeter-Fertigung. Bis Ende des Jahres will Infineon mehr als 16 000 Siliziumscheiben pro Monat in Dresden produzieren. Anfangs sind es 11 000 Wafer. Die maximale Kapazität liegt den Angaben zufolge bei 25 000 Stück.

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