1,2 Millionen Euro ergaunert
Der falsche Doktor

Weil sie im großen Stil falsche Doktortitel verkauft haben sollen, müssen sich seit Mittwoch vier Männer in Berlin vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft dem Quartett vor, durch den Handel mit akademischen Graden mehr als 1,2 Mill. ? ergaunert zu haben.

HB/dpa DÜSSELDORF/BERLIN. Die wegen besonders schweren Betrugs und Urkundenfälschung Angeklagten im Alter zwischen 32 und 55 Jahren sollen seit dem Jahr 2000 über die fingierte Kanzlei "Akademus" die gefälschten Promotionsurkunden bundesweit vertrieben haben.

Ein 54-jähriger Schauspieler hat vor Gericht gestanden, sich gegenüber Studenten als Professor und Doktorvater ausgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und drei weiteren Angeklagten vor, durch den Handel mit akademischen Graden im großen Stil mehr als 1,2 Millionen Euro ergaunert und mehr als 70 Interessenten getäuscht zu haben.

Der Schauspieler betonte im Prozess, dass er jedoch von dem Handel mit falschen Titeln nichts geahnt habe: "Ich wusste nicht, dass das ein faules Ei war." Einer der anderen Angeklagten habe ihn zu dieser Täuschung überredet. "Er sagte mir, es sei immer ein Problem, Kunden und Doktorväter zu einem Termin zusammenzubringen." Er brauche jemanden, der ab und zu als Professor einspringe. Vor seinem ersten Auftritt sei er sehr nervös gewesen. "Ich kannte nur Professor Brinkmann aus dem Fernsehen." Sein Auftraggeber habe ihm aber drei Standardfragen gegeben, die er den Studenten stellen sollte. "Das hat geklappt."

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