1,3 Milliarden Euro Verlust 2001
Schmidtbank: Hoffnung noch nicht verloren

Der Schmidtbank-Chef Paul Wieandt sieht das Überleben seines Hauses trotz eines Milliardenverlustes im Jahr 2001 gesichert.

rtr/dpa HOF. Die Restrukturierungsmaßnahmen stellten den Fortbestand der Bank nachhaltig sicher, sagte Wieandt am Montag auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Bank in Hof. Das Aktionärstreffen war wegen des vollständigen Verlustes des Grundkapitals gesetzlich nötig geworden.

Das Zinsergebnis sei im ersten Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert worden. Die Verlagerung von Kundengeldern zu Konkurrenten wurde gestoppt. Bis 2006 wolle sich die Bank im Kerngeschäft "an eine schwarze Null heranarbeiten", sagte Wieandt. Die Bank will bis zu 850 der 2300 Stellen abbauen und etwa die Hälfte der 120 Filialen schließen. Auch Beteiligungsverkäufe seien geplant.

Die im vergangenen November von einem Bankenkonsortium aufgefangene Schmidt-Bank hat 2001 voraussichtlich einen Fehlbetrag von 1,3 Milliarden Euro verbucht.

Wieandt präzisierte in seinem Bericht die bereits im März vorgelegten vorläufigen Zahlen zum Jahr 2001. Demnach mussten Kredite für 739 Millionen Euro wertberichtigt werden, 40 Prozent des Kreditvolumens. 42 Millionen Euro entfielen auf Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Beteiligungen.

"Die finanzielle Schieflage hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen", sagte Wieandt. Zur Deckung werde das Eigenkapital in Höhe von 259 Millionen Euro sowie das Genussrechtskapital (133 Millionen Euro) herangezogen.

Die übrigen Verluste seien durch den Mehrheitsgesellschafter - die aus fünf Banken bestehende Medusa 75 GmbH - und den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken abgesichert.

Der ordentlichen Hauptversammlung im Sommer soll eine Kapitalherabsetzung auf Null sowie eine anschließende Kapitalerhöhung vorgeschlagen werden. Die bisher als GmbH & Co. KGaA firmierende Bank soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Beim Verkauf der Tochter Consors befindet sich die SchmidtBank nach Angaben Wieandts "in guten Verhandlungen". Wieandt sagte, er sei optimistisch, doch "gut Ding will Weile haben". Deshalb wollte er den Aktionären keinen neuen Zeithorizont hinsichtlich eines Vertragsabschlusses geben. Ursprünglich sollte der Verkauf bereits Ende März abgeschlossen sein.

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