1:3 und Rot für Bordon in Glasgow: Stuttgarts „Rasselbande“ zahlt Lehrgeld

1:3 und Rot für Bordon in Glasgow
Stuttgarts „Rasselbande“ zahlt Lehrgeld

Im Hexenkessel Celtic Park hat die "Jugendbande" des VfB Stuttgart viel Lehrgeld bezahlen müssen. Das Bundesliga-Überraschungsteam kassierte am Donnerstag im Achtelfinal-Hinspiel um den UEFA-Pokal bei Celtic Glasgow verdient mit 1:3 (1:2) seine erste Niederlage im laufenden Wettbewerb. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind damit auf ein Minimum gesunken, zumal im Rückspiel am Donnerstag mit Marcelo Bordon, Fernando Meira und Silvio Meißner gleich drei Leistungsträger gesperrt sind.

HB/dpa GLASGOW. Der Brasilianer Bordon sah bereits in der 17. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte und läutete so den Stuttgarter Untergang ein. Zwar gelang Kevin Kuranyi zehn Minuten später die Führung. Dann aber setzte sich die zahlenmäßige Überlegenheit der unaufhaltsam anrennenden Gastgeber gegen die kräftemäßig abbauenden Stuttgarter durch. Der ehemalige Dortmunder Paul Lambert (36.), Junioren-Nationalspieler Shaun Maloney und der starke Bulgare Stillan Petrow (68.) sorgten mit ihren Treffern für einen Jubelsturm unter den 60 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena.

Die Stuttgarter machten bei ihrer ersten Niederlage im laufenden Europacup-Wettbewerb ihrem Ruf als "junge Wilde" zu viel der Ehre, gingen unter dem Eindruck der großartigen Kulisse nicht abgeklärt genug zu Werke. WM-Endspiel-Schiedsrichter Pierluigi Collina (Italien) hatte gar keine andere Wahl, als Bordon nach seiner Notbremse gegen den durchgebrochenen Stillan Petrow vom Platz zu stellen. Meira und Meissner handelten sich durch unbeherrschte Fouls bereits frühzeitig die für das Rückspiel folgenschwere Verwarnung ein.

Der frühe Platzverweis von Bordon brachte das offensivfreudige Konzept von Teammanager Felix Magath völlig durcheinander. Als Konsequenz musste Stürmer Ioannis Amanatidis, der in der 9. Minute die erste große Chance für den VfB hatte, seinen Platz für die unerfahrene Abwehrkraft Steffen Dangelmayr räumen.

Zunächst schienen sich die Stuttgarter noch erfolgreich gegen ihr Schicksal wehren zu können. Die Führung durch den Kopfball von Kuranyi nach einer Flanke von Krassimir Balakow war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdient. Doch mit zunehmender Spielzeit verloren die Schwaben unter dem Dauer-Druck der Schotten mehr und mehr die Übersicht. Vor allem Amateur Dangelmayr (24), bislang erst drei Mal in der Bundesliga erprobt, war im Abwehrzentrum überfordert.

Von der Unordnung im VfB-Innenverteidigung profitierten die Gastgeber erstmals in der 36. Minute, als der Ex-Dortmunder Lambert völlig freistehend den Ausgleich markierte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff missglückte Dangelmayr nach einer Thompson-Flanke der Abwehrversuch. Er bugsierte den Ball direkt vor die Füße von Maloney, der sich nicht zwei Mal bitten ließ. Beim dritten Treffer der auch in der 2. Halbzeit kampfstarken Schotten trug Torhüter Timo Hildebrand die Hauptschuld, weil er sich von Petrow aus spitzem Winkel überlisten ließ.

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