1,5 Milliarden Euro in der Kriegskasse
Schering peilt Rekordergebnis an

Der Berliner Pharmakonzern Schering peilt 2002 sein siebtes Rekordergebnis in Folge an.

Reuters BERLIN. Sowohl beim Netto- wie beim Betriebsgewinn sei ein zweistelliges Wachstum geplant, teilte der Konzern am Freitag in Berlin bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz mit. Der Umsatz solle im hohen einstelligen Bereich zulegen. Zudem legte Schering-Chef Hubertus Erlen als erster Vorstandschef eines großen deutschen börsennotierten Unternehmens sein Einkommen offen. Laut Geschäftsbericht verdiente er 2001 gut 2,6 Mill. Euro.

Schering-Chef Erlen betonte, er erwarte steigende Umsätze und Gewinn vor allem von neuen Produkten. So sei die Anti-Baby-Pille Yasmin sowie das Krebspräparat Campath besonders in den USA erfolgreich. Yasmin habe 2001 bereits kurz nach seiner Einführung einen Umsatz von 45 Mill. Euro erzielt. Schering erhofft sich in drei Jahren von dem Mittel Erlöse von über 300 Mill. Euro. Man habe daher in den USA die Marketingabteilung stark ausgebaut, sagte Erlen weiter.

Der Umsatz insgesamt wird Schering zufolge nicht ganz so stark wie 2001 steigen. Dies sei unter anderem auf die Schwierigkeiten des japanischen Marktes mit dem schwachen Yen sowie die Argentinien-Krise zurückzuführen. Wegen Argentinien hat der Konzern 2001 rund 33 Mill. Euro abgeschrieben, da mit keiner Rückzahlung von Verbindlichkeiten zur rechnen sei. Weitere Abschreibungen seien aber nicht geplant.

Das Betriebsergebnis für das Jahr 2001 ist Schering zufolge um vier Prozent auf 668 Mill. Euro gestiegen. Der Konzern bestätigte zudem die bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das Jahr 2001. So sei der Nettogewinn um 24 % auf 418 Mill. Euro gestiegen, der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent auf 4,84 Mrd. Euro.

Offenbar als erstes deutsches börsennotiertes Großunternehmen gab Schering das Einkommen seines Vorstandschef bekannt. Dem Geschäftsbericht für das Jahr 2001 zufolge, erhielt Vorstandschef Hubertus Erlen insgesamt Bezüge von gut 2,6 Mill. Euro. Diese teilen sich in ein festes Einkommen von 472 000 Euro auf, in variable Bezüge von 1,401 Mill. Euro und 783 000 Euro aus der Ausübung eines Aktienoptionsplans. Zu berücksichtigen ist dabei, das Erlen den Posten des Vorstandschefs erst Ende April 2001 übernahmen. Zuvor war er einfaches Vorstandsmitglied bei Schering.

Schering hatte sich bereits in der Vergangenheit für eine Reform der Unternehmensführung, der so genannten Corporate Governance, eingesetzt. Eine Regierungkommission hatte am Dienstag Verhaltensregeln für Führungsmitglieder börsennotierter Unternehmen vorgeschlagen. Darin war eine Offenlegung der Vorstandsgehälter nach fixen und variablen Bezügen angeregt worden.

Die Aktie lag in einem freundlichen Marktumfeld mit 0,30 % im Minus bei 68,86 Euro.

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