1,5 Milliarden Euro Kaufpreis im Gespräch
Hamburger Wasserwerke liebäugeln mit Gelsenwasser

Die Hamburger Wasserwerke (HWW) sind an dem bundesweit größten Wasserversorger Gelsenwasser interessiert. "Wir haben unseren Anspruch angemeldet", sagte Geschäftsführer Hanno Hames am Montag der dpa in Hamburg. Ob es dabei zu einer Übernahme, einer Kooperation oder Beteiligung kommen soll, ließ Hames offen.

HB/dpa HAMBURG/GELSENKIRCHEN. "Im Moment redet in der Branche jeder mit jedem", sagte der HWW-Chef. Zum Stand der Gespräche wollte er sich nicht äußern. Das "Hamburger Abendblatt" hatte von weit fortgeschrittenen Verhandlungen berichtet.

Für den Düsseldorfer Stromriesen Eon ist die Trennung von Gelsenwasser (80,5 Prozent Anteil) eine Auflage, die im Zuge der Ruhrgas-Übernahme aus der zweiten Ministererlaubnis vom September 2002 resultiert. Auch dem Eon-Erzrivalen RWE, der Strom, Gas und Wasser aus einer Hand anbieten will, wird starkes Interesse an Gelsenwasser nachgesagt.

Zu dem in Medien genannten Preis für Gelsenwasser in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro wollte sich der HWW-Chef nicht äußern. Er verwies lediglich darauf, dass es bei der Finanzierung zum Ausbau des Hamburger Unternehmens keine Probleme geben werde. Dazu bieten sich nach Zeitungsangaben eine Fremdfinanzierung über Banken oder eine Teilprivatisierung der HWW an.

Die HWW, die noch vollständig in Besitz der Hansestadt sind, erzielten 2002 rund 182 Mill. Euro Umsatz. Der Konzerngewinn beläuft sich auf 33,4 Mill. Euro. Zusätzlich erhält die Stadt eine Konzessionsabgabe von rund 28 Mill. Euro. Dem Aufsichtsrat habe er noch kein Konzept für eine weitere Beteiligung vorgelegt, sagte Hames. Die Finanzbehörde hatte Gespräche über eine Privatisierung der Wasserwerke dementiert.

Der HWW-Geschäftsführer will Hamburg als Hochburg der Wasserwirtschaft ausbauen. Dabei hat Hames seine Position stets deutlich gemacht: "Lieber expandieren wir mit unserer wasserwirtschaftlichen Philosophie, als jemand anderes." In bis zu zehn Jahren rechnet der Manager bundesweit mit nur noch 300 statt bisher rund 5 700 Wasserversorgern. Er begründet die Konsolidierung im Markt unter anderem mit den leeren Kassen der Kommunen. Der HWW- Konzern beschäftigt mehr als 1 500 Mitarbeiter. Gemessen an den Zahlen interessiert sich einer der ältesten Wasserversorger Deutschlands derzeit für einen doppelt so starken Partner.

Jüngst hatte sich eine Hamburger Aktionsbündnis "Unser Wasser" gegen eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung zu Wort gemeldet und eine Volksinitiative angekündigt. Hames bekräftigte, dass Wasser als Lebensmittel Nummer eins unersetzbar sei. Die HWW- Expansionsstrategie ziele auf eine hohe Wasserqualität und eine Schonung von Ressourcen ab. Eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen müsse wasserwirtschaftlich sinnvoll und zukunftsfähig sein, ergänzte Hames.

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