1,6 Kilogramm Kokain geschmuggelt
Richter "vergaß" Urteilsabsprache

Bei der Urteilsbekanntgabe gegen eine Drogenschmugglerin ist es am Montag am Düsseldorfer Amtsgericht zu einem Eklat gekommen. Als der Richter sich anschickte, die 43-jährige Angeklagte für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis zu schicken, protestierte ihr Verteidiger vehement: Es sei zwischen Gericht, Staatsanwalt und ihm ein anderes Urteil abgesprochen gewesen, sagte der Rechtsanwalt. Das Gericht unterbrach die Verkündung, zog sich kurz zurück, um dann mit einem neuen Urteil aufzuwarten: zwei Jahre Haft auf Bewährung.

dpa DÜSSELDORF. Er habe sich an die Absprache nicht mehr erinnern können, entschuldigte sich der Richter. Das Urteil sei für die Sozialhilfeempfängerin, die immerhin 1,6 Kilogramm Kokain in ihrer Miederhose geschmuggelt hatte, ein "echtes Schnäppchen". "Für sie ist das gut, für die Rechtsprechung schlecht", sagte der Richter. An die Absprache wolle er sich dennoch halten.

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