1,6 Milliarden Schulden
Spaniens Fußball am Rande des Bankrotts

Spaniens Fußball-Liga, die angeblich stärkste Liga der Welt, steht am Rande des Bankrotts. Der Verband der spanischen Profi-Ligen (LFP) warnte vor einem drohenden "Zusammenbruch des Spielbetriebs" und bat die Regierung um Hilfe.

HB/dpa DÜSSELDORF/MADRID. Die Vereine hätten einen Schuldenberg von über 1,6 Milliarden Euro angehäuft, heißt es in einem Bericht, den der Verband nach Presseberichten vom Mittwoch Vizeregierungschef Mariano Rajoy vorlegte.

Die Fußballclubs forderten von der Regierung Steuererleichterungen. Außerdem verlangten sie höhere Gebühren für die TV-Übertragungen von Liga-Spielen und höhere Anteile an den Toto- Einnahmen. "Die beste Liga der Welt erhält von den Fernsehsendern nur ein Drittel der Summe, die in anderen Ländern Europas gezahlt werde", hieß es in dem Papier. In England, Italien und Frankreich erhielten die Ligaverbände im Durchschnitt 611 Millionen Euro im Jahr für die Übertragungsrechte, in Spanien dagegen nur 215 Millionen.

Die Lage werde sich künftig noch verschlechtern, da sich die beiden spanischen Anbieter von Pay-TV zusammengeschlossen hätten und es keinen Wettbewerb mehr gebe. Rund 30 Profi-Clubs erwägen bereits, zu Beginn der neuen Saison den Spielbetrieb zum Stillstand zu bringen. Mit der Boykottaktion wollen sie protestieren, dass noch kein neuer Vertrag über die Übertragungsrechte ausgehandelt wurde.

Der Ligaverband forderte, die Live-Übertragungen von Spielen der Primera División im offenen Fernsehen einzustellen. Radiostationen und Zeitungen sollten künftig ebenfalls für die Berichterstattung aus den Stadien zur Kasse gebeten werden. Die hohe Schuldenlast führte der LFP darauf zurück, dass die Vereine aus arbeitsrechtlichen Gründen "unproduktive Fußballer" nicht entlassen und so ihre Kader nicht erneuern könnten. Ein Abstieg werde daher für viele Vereine zu einen finanziellen Desaster.

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