1.Etappe
Ullrich unsichtbar

Lance Armstrong ist schon auf der ersten Etappe Jan Ullrich davon gezogen. 15 Sekunden hinkte Ullrich dem Amerikaner hinterher. Als Grund für die mittelmäßige Leistung des Deutschen, auf dem alle Hoffnungen ruhen, wurde aus dem Lager des Teams T-Mobile von einer Erkältung gemunkelt, die es Ullrich unmöglich mache, Höchstleistungen zu bringen. Ein Auflaufen zur Höchstform wollte aber keiner ausschließen.

HB CHARLEROI. Prologsieger Fabian Cancellara verteidigte das Gelbe Trikot auf der ersten Etappe erfolgreich. Den Tagessieg auf dem Teilstück von Lüttich nach Charleroi holte sich Estlands Zeitfahrmeister Jaan Kirsipuu, der seinen vierten Tour-Etappensieg im Schlussspurt nach 4:40:29 Stunden und 202,5 km vor dem Australier Robbie McEwen perfekt machte.

Hinter Norwegens Meister Thor Hushovd wurde Danilo Hondo vom Team Gerolsteiner Vierter, T-Mobile-Sprinter Erik Zabel Neunter hinter dem Italiener Alessandro Petacchi, der als hoher Favorit galt. Zabel, der in Charleroi 1995 den ersten von insgesamt zwölf Etappensiegen gefeiert hatte, hatte im Finale aufs falsche Pferd gesetzt. Hushovd übernahm Grün, erster "Berg-König" ist Janek Tombak aus Estland.

Der Schweizer Meister Cancellara führt im Gesamtklassement vor Hushovd (2 Sekunden zurück), Armstrong (8) und dem Berliner Jens Voigt (11) an. Ullrich hat 23 Sekunden Rückstand. Der nach seinem Triumph bei der Tour de Suisse euphorisch zur "Großen Schleife" angereiste Olympiasieger kassierte im Prolog beim Kampf gegen die Uhr eine empfindlichere Niederlage, als er zunächst zugeben wollte. "Klar hat Lance jetzt einen psychologischen Vorteil", räumte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer ein: "Der Streckenverlauf kam Jan nicht so richtig entgegen, da konnte er seine Stärken noch nicht ausspielen. Aber letztlich ist auch noch nichts Dramatisches passiert."

"Ich war überrascht, ich hatte Jan stärker eingeschätzt", urteilte Armstrong, der mit seiner eigenen Vorstellung zufrieden war: "Vor dem Start war ich mir nicht sicher, wie ich im Vergleich zu den anderen drauf bin. Aber jetzt weiß ich, dass meine Form da ist". Wie Armstrong verwies auch Ullrich darauf, dass die Tour ja noch gar nicht wirklich begonnen habe: "Das war nur der Prolog, da geht es um Sekunden, aber am Ende werden Minuten entscheiden."

Schon der nächste Kampf gegen die Uhr beim Mannschaftszeitfahren (64,5 km) am Mittwoch könnte sich deutlich im Klassement niederschlagen, auch da scheint Armstrongs Team im Vorteil. In George Hincapie (10.), Floyd Landis (17.) und dem Russen Wjatscheslaw Jekimow (19.) schafften drei weitere US-Postal-Fahrer im Prolog den Sprung unter die ersten 20 - bei T-Mobile gelang das außer Ullrich keinem.

Seite 1:

Ullrich unsichtbar

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%