1. FC Köln sucht nach Lienen-Nachfolger

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1. FC Köln sucht nach Lienen-Nachfolger

Altbekannte Namen sind im Gespräch: Friedhelm Funkel, Bernd Krauss, Jürgen Röber. Das Management hüllt sich in Schweigen - und lässt Interimscoach Christoph John gleich für zwei Spiele antreten.

dpa KÖLN. In den Chaos-Tagen am Geißbockheim soll zumindest einer die nötige Ruhe bewahren: Mit Amateurcoach Christoph John als Übergangslösung plant der vom Abstieg bedrohte Fußball-Bundesligist 1. FC Köln nach der Beurlaubung von Ewald Lienen den Umschwung. "Bei den nächsten zwei Spielen sitzt er mit Sicherheit auf der Bank. Mit Christoph John wollen wir die Wende schaffen", betonte FC-Manager Hannes Linßen am Dienstag. Einen Zeitplan für die Suche nach dem "echten" Lienen- Nachfolger gibt es laut Linßen nicht, und Namen will der Manager schon gar nicht nennen: "Selbst wenn es welche geben würde, würden wir nicht öffentlich darüber sprechen."

Zwei der als Lienen-Nachfolger gehandelten Fußball-Lehrer sind von den Kölnern bis Dienstag angeblich noch nicht angesprochen worden. "Alles Spekulationen, es gab überhaupt keinen Kontakt", versicherte der zuletzt beim Liga-Konkurrenten Hansa Rostock tätige Rheinländer Friedhelm Funkel. Und auch Bernd Krauss wollte "über ungelegte Eier" nicht reden. Doch in einem Punkt reagierte der im April 2000 nach nur 67 Tagen bei Borussia Dortmund gescheiterte Krauss ganz offen: "Es ist für keinen Trainer ein angenehmer Zeitpunkt, jetzt beim 1. FC Köln anzufangen", so Krauss.

Außer ihm und Funkel werden in den Kölner Medien auch andere Kandidaten genannt: Jürgen Röber, mit Hertha BSC Berlin an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) Gastgeber der Kölner im Viertelfinale des DFB - Pokalwettbewerbs, DFB-Coach Hannes Löhr im Duett mit dem Bundesliga- unerfahrenen John und Frank Pagelsdorf. "Da halte ich mich zurück", meinte ausweichend der Ex-Hamburger, der zugleich jedoch zugab, dass es ihn nach längerer Pause nun "allmählich wieder juckt." Auch bei den "Geißböcken" wird "gemauert". Linßen: "Keine Namen!" Offenbar will man sich Zeit nehmen, setzt vorerst auf die Selbstheilungskräfte des verunsicherten Teams - und kurzfristige Erfolge: "Ein Pokalsieg in Berlin wäre in unserer Situation die beste Medizin", sagte Linßen.

Interimscoach John, ein 43 Jahre alter Schwabe, zeigte sich am "Tag danach" sehr ruhig und sachlich. Noch am Montagabend suchte er das Gespräch mit FC-Kapitän Dirk Lottner, der zuletzt bei Lienen in Ungnade gefallen und selten berücksichtigt worden war: "Dirk hat meine absolute Rückendeckung, er soll die Mannschaft führen." Der neue Mann auf der FC-Bank hat nach eigenem Bekunden "das nötige Selbstvertrauen und überhaupt nichts zu verlieren". John will nur kurzzeitig planen: "Ich werde mich jeweils nur mit dem nächsten Spiel beschäftigen."

Nach den ersten gemeinsamen Übungs-Einheiten ist "Notnagel" John zuversichtlich: "Die Mannschaft ist in der Lage, ihr gesamtes Potenzial abzurufen." Dabei will er sich auch vom geschassten Lienen helfen lassen und mit ihm ein Gespräch über das Team und dessen Fähigkeiten führen, "weil ich von Ewald Lienen am meisten gelernt habe". Aus dem Lernen hat John offenbar auch seine Lehren gezogen: Die unter Lienen üblichen Wechsel-Spielchen in der Mannschaft sollen beendet werden: "Ich will den Jungs jetzt einen Schubs geben." Mit Vertrauen und gutem Zureden möchte er die Kölner Profis moralisch so aufrichten, dass es mit der von Linßen beschworenen "Medizin" in Form von Siegen schnell etwas wird.

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