10 Festnahmen
Riesiger Kokainfund in Kassel

Der größte Kokainfund in der Geschichte der Bundesrepublik und zehn Haftbefehle sind die Bilanz der Polizeiaktion vor knapp zwei Wochen in Kassel. Wie das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Montag in Wiesbaden mitteilte, stellten die Ermittler 1,25 Tonnen Kokain im Schwarzmarktwert von 37 Millionen Euro sowie 1,4 Millionen Euro Drogengeld sicher und nahmen zehn Personen fest.

HB/dpa KASSEL/WIESBADEN. Die neun Männer und eine Frau sollen zwischen 35 und 55 Jahre alt sein und aus Südamerika, Spanien und Italien stammen. Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) sprach von einem Schlag gegen das Organisierte Verbrechen.

Nach Einschätzung von LKA-Präsident Norbert Nedela traf der Schlag nicht nur Handlanger, sondern die europäische Führungsebene eines südamerikanischen Kokainkartells. Die Drogen seien - in einem Melonencontainer versteckt - Mitte September über den Hamburger Hafen nach Kassel gelangt; als sie dort in der Nacht zum 11. Oktober an Abnehmer aus Italien und Spanien verkauft werden sollten, griffen die Beamten zu. Die Polizei habe früh festgestellt, dass kolumbianische Drogenhändler in Deutschland einen geeigneten Zielort auskundschafteten und den Transport von Anfang an beobachtet.

Nach Auskunft der Kasseler Staatsanwaltschaft hat das sichergestellte Kokain einen hohen Reinheitsgrad von 80 Prozent. Die Menge lasse sich auf über zwei Millionen Konsumeinheiten strecken und entspreche ungefähr dem, was in Deutschland üblicherweise in einem ganzen Jahr sichergestellt werde. Der größte bisherige Kokainfund datiert vom 5. Oktober 1990; damals wurden in Frankfurt/Main 924 Kilo sichergestellt.

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