10 Jahre nach Sieg-Premiere - Spa in der Diskussion
Schumacher lässt sich nicht wegreden

Vor 10 Jahren feierte er hier seinen ersten Sieg in der Formel 1, heute muss Jubilar Michael Schumacher um seinen Lieblingskurs bangen. Spa-Francorchamps, eine der spektakulärsten Rennstrecken, ist in der Diskussion. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone stellte den Grand Prix öffentlich in Frage.

HB/dpa SPA-FRANCOCHAMPS. "Ihr könnt mich nicht so schnell wegreden", dementierte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister am Donnerstag zuletzt wieder aufgekommene Spekulationen, er werde seinen bis 2004 laufenden Vertrag nicht mehr verlängern. Er habe auch sicherlich nicht die Absicht, Nachfolger von Teamchef Jean Todt bei Ferrari zu werden, betonte der Kerpener bei einer Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps: "Dafür ist mein Talent nicht ausreichend und auch nicht der Wille, so lange am Schreibtisch zu sitzen."

Vor zehn Jahren feierte Schumacher in Spa den ersten Formel-1-Sieg seiner Karriere, diesmal könnte er mit dem zehnten Saisonsieg einen neuen Rekord aufstellen. Nach dem zweiten Platz hinter seinem Teamkollegen Rubens Barrichello beim letzten Grand Prix in Budapest hat Schumacher wieder große Lust zu gewinnen. In Budapest sei der Brasilianer im Qualifikationstraining vor ihm gewesen, zum Überholen im Rennen hätte es nicht gereicht. "Wenn das hier wieder der Fall sein sollte, werde ich das gleiche tun", meinte der Champion: "Aber ich möchte gerne gewinnen, ich habe ein Rennen ausgesetzt."

Barrichello hat im Kampf um Platz zwei, bei dem ihm das Team Unterstützung zugesagt hat, hinter dem übermächtigen Schumacher (112) mit 45 Zählern die besten Karten. Dahinter kommen die punktgleichen Williams-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya (40) sowie Silberpfeil-Fahrer David Coulthard (34). "Es ist das Beste vom Rest. Für mich hat es schon eine Bedeutung", sagte Barrichello vor dem 14. WM-Lauf am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) über das Ziel "Vize". Diese Saison sei "definitiv" das beste Jahr seiner Karriere.

Sein Kollege Schumacher hatte sich sehr auf die Rückkehr nach Spa gefreut. Doch der Jubilar muss um sein Lieblingsrennen bangen. Spa- Francorchamps, eine der spektakulärsten Rennstrecken, ist in der Diskussion. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone stellte den Grand Prix öffentlich in Frage. Angesichts des 2003 in Belgien geltenden Tabak- Werbeverbots und der weiteren Globalisierung der "Königsklasse" ist die Zukunft unklar. "Ich frage mich, ob es realistisch ist zu sagen, dass es 2003 einen Großen Preis von Belgien geben wird", erklärte Ecclestone gegenüber der belgischen Zeitung "Le Soir".

Dabei hängt Schumacher an Spa, wo er 1991 sein Formel-1-Debüt gegeben hatte, ganz besonders. Für die Karriere des Champions hat die Strecke große Bedeutung. "Ganz klar, an Spa habe ich nur die besten Erinnerungen. Dort ist so viel passiert im Verlauf meiner Rennfahrer- Zeit, dass ich jedes Mal gern zurückkomme", sagte Schumacher über den Ardennenkurs, wo er erstmals am (morgigen) Freitag vor 10 Jahren und insgesamt fünf Mal gewonnen hat.

Am 30. August 1992 war Schumacher allen Stars davon gefahren. Der 23-Jährige feierte unweit seiner Heimatstadt Kerpen den ersten Sieg eines Deutschen in der Formel 1 seit 17 Jahren. Er gewann im Benetton vor den Williams-Piloten Nigel Mansell und Riccardo Patrese. Spätestens jetzt war der «Schumi»-Boom nicht mehr zu stoppen.

Nach Spa kommen seine Anhänger wegen der Nähe zur deutschen Grenze besonders gern. Dennoch haben die Veranstalter Sorgen, da in Belgien im Gegensatz zum restlichen Europa (Oktober 2006) bereits ab August 2003 das Verbot der Tabak-Werbung gilt. «Der Renntermin für nächstes Jahr ist der 31. August. Wir hoffen, dass das Tabak-Problem gelöst wird und der 1. Oktober 2006 ebenso wie überall sonst auch in Belgien angewendet wird», erklärte Max Mosley, der Präsident des Weltverbandes FIA, dazu auf Anfrage. Erst im Vorjahr war die Rennstrecke für umgerechnet 3,22 Millionen Euro modernisiert worden.

Im Gegensatz zu seiner Haltung zu Spa prophezeite Ecclestone Schumacher weiter eine glänzende Zukunft. "Ich sehe ihn noch einen sechsten Titel gewinnen", so der Formel-1-Chef, der sich aber mehr Spannung wünscht: "Mir wäre es lieber, wenn es in der letzten Kurve des letzten Rennens entschieden wird."

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