10 km Sprint im Biathlon
Björndalen gewinnt vor Fischer

Ole Einar Björndalen ist der überragende Biathlet dieser Olympischen Spiele. Auch im 10-km-Sprint gewann der Norweger überlegen die Gold-Medaille. Der Deutsche Sven Fischer kam auf den Silber-Platz. Bronze ging an Wolfgang Perner aus Österreich, der Ricco Groß nur knapp besiegte.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Nach einer taktischen Meisterleistung hat Sven Fischer seine olympische Medaillensammlung um Silber erweitert. Nach zwei Olympiasiegen mit der Staffel 1994 und 1998 und Platz drei vor acht Jahren in Lillehammer über 20 km musste sich der 30-jährige Oberhofer am Mittwoch in Soldier Hollow im Sprint über 10 km nur dem überragenden Ole Einar Björndalen geschlagen geben, der zwei Tage nach seinem Triumph über 20 km zum zweiten Mal in Salt Lake City Gold holte.

Während der Norweger unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge bei seinem Erfolg in 24:51,3 Minuten ohne Schießfehler blieb, kostete den dreimaligen Gewinner des Sprint-Weltcups eine Strafrunde das mögliche Gold. Mit dem zweiten Platz in 25:20,2 Minuten schuf sich der Deutsche dennoch eine glänzende Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Samstag. "Das war eine tolle Leistung von Sven", freute sich Bundestrainer Frank Ullrich, 1980 in Lake Placid erster deutscher Olympiasieger im Sprint.

Bronze errang der Österreicher Wolfgang Perner mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Sekunden vor Ricco Groß. Der dreifache Staffel- Olympiasieger aus Ruhpolding musste zum zweiten Mal in zwei Tagen mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden sein und ist damit der bisher größte Pechvogel der Winterspiele. "Ich bin tief enttäuscht", sagte der 31-Jährige, dem in seiner Medaillen-Sammlung noch immer ein olympischer Einzelsieg fehlt.

Sven Fischer nahm als erstes die Glückwünsche seines Vaters Willi entgegen und war happy. "Ich bin voll zufrieden. Einen Björndalen mit null Fehlern kann man mit einer Strafrunde nicht schlagen", sagte der 30-Jährige, der ebenso wie Groß in der ersten Startgruppe ins Rennen gegangen war und die Konkurrenz mit schnellen Laufzeiten und guten Schießleistungen unter Druck setzte. "Es war ein Vorteil, dass ich mich immer an Ricco orientieren konnte", sagte Fischer, der als Zehnter vier Startnummern hinter seinem Teamkollegen ins Rennen gegangen war.

Die mit höheren Startnummern gestarteten Favoriten ließen sich durch die Vorgaben des deutschen Duos bis auf den nervenstarken Björndalen beeindrucken. Sowohl der Franzose Raphael Poiree als auch Frode Andresen vergaben ihre Chance am Schießstand. Groß, der in Soldier Hollow erstmals in einem Einzelrennen ganz oben auf dem Treppchen stehen wollte, blieb ebenso wie Fischer beim Liegendanschlag fehlerfrei. Nach der Kraft raubenden zweiten Schleife über 4 km ließen aber beide im Stehendschießen eine Scheibe stehen. Zwei Tage nach dem Gewinn der Silbermedaille kosteten Frank Luck (26:47,7) zwei Strafrunden einen Platz im Vorderfeld. Der Oberhofer kam nicht über Platz 29 hinaus.

Besser machte es Olympia-Neuling Michael Greis. Der 25-jährige aus Nesselwang, vor einem Jahr bei der Olympia-Generalprobe in Salt Lake City zwei Mal Sechster, belegte nach zwei Schießfehlern in 26:18,4 Minuten einen guten 15. Rang.

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