10 Millionen Euro schwerer Unterstützungsfonds für Opfer von Djerba
Schily warnt erneut vor Anschlägen in Deutschland

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat nach der Festnahme von elf mutmaßlichen palästinensischen Moslem-Extremisten erneut vor terroristischen Anschlägen auch in Deutschland gewarnt.

Reuters BERLIN. Schily sagte am Mittwoch in Berlin vor einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses, die Behörden hätten bereits vor einer abstrakten Gefahr vor allem für israelische, jüdische und amerikanische Einrichtungen gewarnt. Nun sei eine Gruppe aufgedeckt worden, "die in Verdacht steht, an der Vorbereitung terroristischer Aktionen beteiligt gewesen zu sein".

Am Dienstag hatte die Polizei in fünf Bundesländern elf mutmaßliche Mitglieder der als militant und fundamentalistisch eingestuften Al-Tawhid-Gruppe festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Anhaltspunkte, dass diese Gruppe damit begonnen hat, Anschläge in Deutschland zu planen.

Schily sagte, es scheine sich um eine eigenständige Gruppe zu handeln. Ob es eine Verbindung zur El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden gebe, könne aber noch nicht abschließend gesagt werden. Einen Bezug zum Anschlag auf die Synagoge auf der Insel Djerba am 11. April, bei dem elf deutsche Touristen ums Leben gekommen waren, schloss Schily aus.

Schily sagte, das Bundeskabinett habe am Morgen beschlossen, einen Fonds zur Unterstützung von Opfern terroristischer Straftaten in Höhe von 10 Mill. ? einzurichten. Das Geld werde auch den Opfern von Djerba zu Gute kommen. Schily bestätigte, dass es in Tunesien eine Festnahme im Zusammenhang mit dem Anschlag gegeben hat. Die Behörden würden auch dem Verdacht nachgehen, dass die Attentäter Verbindungen nach Kanada, Frankreich, Pakistan und möglicherweise in die Schweiz gehabt hätte.

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