100. Gold für Deutschland
Dreifach-Triumph für deutsche Rodlerinnen

Sylke Otto hat den Dreifach-Triumph der Rodlerinnen in Salt Lake City mit dem Gewinn der 100. Goldmedaille für Deutschland bei Olympischen Winterspielen gekrönt. Die 32 Jahre alte Oberwiesenthalerin hielt am Mittwoch im Utah Olympic Park mit einer Fahrzeit von 2:52,464 Minuten für die vier Läufe die Konkurrenz sicher in Schach.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Die Olympia-Zweite von 1998, Barbara Niedernhuber (Königssee/2:52,785), und die entthronte Nagano-Siegerin Silke Kraushaar (Oberhof/2:52,865) machten als Zweite und Dritte den totalen Erfolg für die deutschen Rodlerinnen perfekt, der nach den Resultaten im Weltcup praktisch vorprogrammiert war. Seit November 1997 sind deutsche Frauen in 56 internationalen Rennen nacheinander ungeschlagen geblieben. Mit der zweifachen Weltmeisterin Sylke Otto gewann am Ende die nervenstärkste des Erfolgs-Trios. Die Sächsin eroberte seit 2000 alle wichtigen Titel.

Damit standen in Salt Lake City zum fünften Mal seit der Aufnahme von Rodeln ins olympische Programm 1964 drei deutsche Frauen auf dem Siegerpodest. Zuletzt hatte es 1998 in Nagano in der alpinen Kombination durch Katja Seizinger, Martina Ertl und Hilde Gerg sowie im 3000 m-Eisschnelllauf durch Gunda Niemann-Stirnemann, Claudia Pechstein und Anni Friesinger deutsche Dreifach-Erfolge bei Olympia gegeben.

"Das ist eine grandiose Leistung, die die deutschen Mädels abgeliefert haben" sagte Josef Fendt, der Präsident des Rodel- Weltverbandes (FIL). Die Dominanz des deutschen Trios wird unterstrichen durch die Tatsache, dass die viertplatzierte Angelika Neuner aus Österreich bereits 1,3 Sekunden hinter Kraushaar zurücklag.

Den Grundstein für ihren Triumph legte Sylke Otto im dritten Durchgang, als sie als erste Frau weniger als 43 Sekunden für die Fahrt durch den 1140 Meter langen Eiskanal benötigte und die Konkurrenz mit dem Bahnrekord von 42,940 Sekunden schockte. Während die zweifache Weltmeisterin von einem "ganz guten Lauf" sprach, geriet Bundestrainer Thomas Schwab ins Schwärmen: "Das war der perfekteste Lauf, der auf dieser Bahn bisher gezeigt wurde."

Dabei war die 1,70 m große Sportlerin noch am ersten Tag der olympischen Entscheidung durch eine schmerzhafte Nackenverspannung behindert worden, die von der medizinischen Abteilung mit Spritzen gelindert wurde. Anmerken ließ sich Sylke Otto dieses Handicap nicht. Nachdem Silke Kraushaar im ersten Lauf die beste Zeit vorgelegt hatte, übernahm die Oberwiesenthalerin nach dem zweiten Durchgang die Führung und gab sie nicht mehr ab. Silke Kraushaar fand auch Platz drei okay: "Ich war zwei Mal bei Olympia dabei und habe zwei Medaillen gewonnen, da wäre ich dumm, wenn ich mich nicht freuen würde."

Barbara Niedernhuber nutzten hingegen die Tipps und die technische Hilfe von Rodel-Legende Georg Hackl nichts. Die 27-jährige Bayerin lag von Beginn an auf dem zweiten Rang und konnte sich in den restlichen Fahrten nicht mehr verbessern. Dennoch war sie zufrieden: "Ich möchte mich ganz besonders bei Schorsch Hackl bedanken. Er hat mir seinen Schlitten geliehen, und der ging wie die Sau."

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