100 Mill. DM in neue Spieler investiert
Champions League soll BVB-Aktie Beine machen

Nach der sportlichen Wende in der vergangenen Saison will der börsennotierte Bundesligaclub Borussia Dortmund (BVB) nun auch wirtschaftlich durchstarten und seinen Aktienkurs aus dem Abseits holen. Vor allem das millionenschwere Geschäft in der "Champions League" soll Umsatz und Aktie Beine machen, hofft BVB-Manager Michael Meier.

Reuters FRANKFURT. Mittelfristig will sich der westfälische Traditionsverein jedoch stärker aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg lösen. Im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr legte der BVB beim Umsatz bereits zu. Für die am Wochenende startende Bundesliga-Saison gab der Verein Millionensummen für neue Spieler aus.

Ab August spielt der BVB um die Qualifikation für die "Champions League" - der europäischen Eliteliga. In diesem internationalen Wettbewerb seien Einnahmen von mindestens 40 Millionen bis 60 Millionen DM möglich, prognostizierte BVB-Manager Meier. "Das wird auch die Ergebnissituation deutlich beeinflussen. Bei Erreichen der Chamipons League rechnen wir auch mit einem Anstieg unserer Aktie", fügte er hinzu. Am Kapitalmarkt präsentierte sich der BVB seit seinem Börsengang im vergangenen Oktober alles andere als ein Gewinner: Der Titel dümpelt seit Wochen bei kaum vorhandenen Umsätzen zwischen sieben und neun Euro und damit deutlich unter seinem Ausgabepreis von 11 Euro.

Nach der enttäuschenden Bundesliga-Saison 1999/2000, in der die Borussia erst kurz vor Saisonende dem Abstieg in die zweite Liga entkam, erspielte sich der BVB im vergangenen Jahr den dritten Tabellenrang und damit einen Qualifikationsplatz für die Champions League, die die Borussia noch 1997 gewonnen hatte. "Die Rückkehr auf die internationale Fußballbühne ist sportlich und wirtschaftlich enorm wichtig", sagte Manager Meier. Der Fußball bleibe nun einmal vorerst das Kerngeschäft des Vereins. "Das Unternehmen Borussia Dortmund ist noch erkennbar abhängig vom sportlichen Erfolg." Dies soll sich aber künftig ändern: "Der heutige Umsatzanteil der fußballaffinen Geschäfte wie Reisen, Einnahmen aus dem Westfalenstadion und Internet-Dienstleistungen von rund neun Prozent soll mittelfristig auf 30 Prozent ausgebaut werden."

Sportlich gibt sich BVB-Manager Meier zwar verhalten optimistisch, indem er den dritten Bundesliga-Platz und damit eine erneute Qualifikation für die Champions League als Saisonziel 2001/2002 nennt. Weniger bescheiden waren allerdings die Ausgaben des BVB für neue Spieler, die sich seit Jahresbeginn auf insgesamt 100 Millionen DM summierten. Allein der brasilianischen Stürmer-Star Marcio Amoroso war der Borussia 50 Millionen DM wert. Damit läuft der BVB zur neuen Saison mit einem der teuersten Teams in der Bundesliga auf.

Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 kletterte der Umsatz nach Meiers Worten über die Marke von 200 Millionen DM und damit über das Vorjahresniveau. Das Ergebnis werde dieser Umsatzentwicklung jedoch noch nicht folgen können. Dies sei jedoch eingeplant gewesen und bereits dem Kapitalmarkt mitgeteilt worden. Der BVB müsse insbesondere die einmalig angefallenen Kosten des Börsenganges in Höhe von rund 15 Millionen DM verkraften. Erste vorläufige Geschäftszahlen werde es im August geben. Im laufenden Jahr 2001/02 rechnet der BVB mit einem weiter steigenden Umsatz und einer deutlich verbesserten Ergebnissituation im Falle internationaler Erfolge.

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