1000 Elitesoldaten sollen Militäreinsatz absichern
US-Bodentruppen in Usbekistan: Druck auf Taliban wächst

Die USA haben am Freitag Soldaten nach Usbekistan entsandt und den Druck auf die Taliban-Regierung im benachbarten Afghanistan verstärkt. Nach US-Angaben waren 1000 Soldaten auf dem Weg nach Usbekistan, das US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld besuchte.

Reuters WASHINGTON/ISLAMABAD. Er sagte, die USA setzten in ihrem nach den Anschlägen angekündigten Kampf gegen den Terrorismus nicht auf große Schlachten, sondern auf langfristigen Druck. Pakistans Präsident Pervez Musharraf verwies während des Besuchs des britischen Premierminister Tony Blair darauf, dass es Beweise für eine Verstrickung des in Afghanistan vermuteten moslemischen Extremisten Osama bin Laden in die Anschläge gebe. In Afghanistan bekräftigte die Nordallianz ihr Ziel, die Taliban zu stürzen.

Die nach Usbekistan entsandten Soldaten gehören US-Angaben zufolge einer Division von Gebirgsjägern an. Die USA haben nach den Anschlägen in New York und bei Washington am 11. September mit Großbritannien in der Region um Afghanistan die größte Streitmacht seit dem Golfkrieg 1991 zusammengezogen. Usbekistan stellt nach Angaben von Präsident Islam Karimow den US-Streitkräften einen Flugplatz zur Verfügung. Karimow sagte im Beisein Rumsfelds in Taschkent, er lehne alle Angriffe auf Afghanistan ab. Die US-Flugzeuge und-Truppen dürften nur aus humanitären Gründen in Usbekistan landen.

Eher kalter als heißer Krieg

"Die Chancen, dass sich irgendein militärisches Handeln auf einzelne Terroristen auswirkt, scheinen mir gering", hatte Rumsfeld vor seiner Abreise nach Usbekistan in Ägypten gesagt. Es werde sich eher um einen kalten Krieg als um einen "heißen Krieg" handeln. Der Kampf werde nicht mit einem Knall enden, sondern mit dem inneren Zusammenfall des Terrorismus. Während des Kalten Krieges habe es keine großen Schlachtfelder, sondern anhaltenden Druck und die Zusammenarbeit vieler Staaten gegeben. Wichtig sei es, dauerhaft Druck auf Terroristen und die sie unterstützenden Länder auszuüben.

Die USA betrachten Bin Laden und dessen Organisation El Kaida als Urheber der Anschläge, bei denen vermutlich etwa 5600 Menschen getötet wurden. Die Taliban verweigerten bislang eine Auslieferung Bin Ladens, erklärten sich aber am Freitag bereit, ihn vor Gericht zu stellen, falls die USA ihnen stichhaltige Beweise für seine Schuld vorlegten. Dann seien sie auch bereit, über einen Prozess gegen Bin Laden außerhalb Afghanistans zu verhandeln.

"Wenn Amerika mit unserem Verfahren gegen Osama nicht zufrieden ist, sind wir bereit einen anderen Weg im islamischen Sinne für eine Anklage zu finden", sagte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Mullah Abdul Salam Saeef, der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP. Gefragt, ob die Taliban auch zu einer Auslieferung bereit seien, sagte Saeef: "Das ist eine spätere Sache, wir können nichts machen, was unsere islamische oder afghanische Würde verletzt." Die USA fordern die bedingungslose Auslieferung Bin Ladens.

Blair zu Besuch in Pakistan

Musharraf sagte nach einem Gespräch mit Blair in Islamabad, seine Regierung und er hätten den Eindruck, dass es ausreichend Beweise für eine Verbindung Bin Ladens mit den Anschlägen gebe. Der aus Moskau kommende Blair führte bei seinem Besuch ein 21-seitiges Papier mit sich, das die Beteiligung Bin Ladens belegen soll. Er sprach nach eigenen Angaben mit Musharraf darüber, was geschehen müsse, sollte die Taliban-Regierung gestürzt werden. Pakistan habe sich dafür ausgesprochen, in dem Nachbarstaat in diesem Fall eine Regierung unter Einbindung der wichtigsten Volksgruppen zu bilden. Das überwiegend moslemische Pakistan hat den USA Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt.

Im Norden Afghanistans bereitete sich die oppositionelle Nordallianz auf weiter Kämpfe gegen die Taliban vor. Der Kommandeur der Nordallianz, General Muhammad Fahim, sagte vor Kämpfern nahe dem Dorf Baydengage, die Allianz sei bereit, mit oder ohne Unterstützung des Westens die Taliban anzugreifen. "Ihr Soldaten habt heute gezeigt, dass ihr bereit seid, für die Freiheit des afghanischen Volkes und den Sturz der Taliban zu kämpfen", sagte Fahim. Seine Truppen präsentierten unter anderem Panzer sowjetischer Bauart und Raketenwerfer. Die Nordallianz kämpft seit 1996 gegen die Taliban und kontrolliert zwischen fünf und zehn Prozent des Landes.

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