1000 Filialen in Deutschland geplant
UPS attackiert Deutsche Post bei Privatkunden

Der US-amerikanische Express- und Paketdienst United Parcel Service (UPS) will in Deutschland das Geschäft mit den Privatkunden massiv ausbauen. "Wir wollen in Deutschland ein eigenes Filialnetz ähnlich dem der Deutschen Post aufbauen", bestätigte Gunnar Adalberth, Geschäftsführer der UPS-Deutschland mit Sitz im rheinischen Neuss.

BERLIN. Mit der bereits in den USA und Italien sehr erfolgreichen Tochter Mail Boxes Etc. (MBE), einem Versand-, Kopier- und Postfachservice, gehen die Amerikaner daher jetzt in Deutschland an den Start und wollen den Postämtern im Geschäft rund um den Paketversand Konkurrenz machen.

Nach dem Startschuss mit einer eigenen Filiale in Berlin eröffnet in diesen Tagen die erste Franchise-Filiale im westfälischen Bocholt. In spätestens zehn Jahren will MBE ein Netz von bis zu 1 000 Filialen mit 2 000 bis 3 000 Arbeitsplätzen über Deutschland gelegt haben.

Im Vergleich zur Post, die 13 000 Filialen betreibt, wirkt dies allerdings eher bescheiden. "Wir sehen den Vorstoß von UPS in das Privatkundengeschäft gelassen", sagte dann auch ein Post-Sprecher. Die Deutsche Post laste ihr Filialgeschäft mit dem Angebot von Finanzdienstleistungen aus. Allein mit Briefen und Paketen sei das nicht zu machen, sagte der Sprecher. Gleichzeitig setzt die Post aber auch auf eine Kooperation mit der Büroartikelkette McPaper. In den Filialen der Schreibwarenkette werden zunehmend Postschalter eingerichtet. Die Zielrichtung ist dabei aber eine andere: Kosten sparen. Die McPaper-Mitarbeiter arbeiten zu deutlich niedrigeren Tarif-Gehältern als ihre Kollegen von der gelben Post.

UPS verfolgt eine andere Strategie. "Wir wollen nicht in das Briefgeschäft einsteigen", stellt Adalberth klar. Außerdem will sich die UPS-Tochter auf Ballungsräume konzentrieren und versteht sich als Dienstleister rund um das Paket, der auch beispielsweise einer Anwaltskanzlei die Poststelle ersetzen kann. Allein in Berlin sind mehr als 60 Center geplant. Der Vorteil für UPS liegt bei diesem Konzept auf der Hand. UPS kann in den MBE-Filialen Sendungen für Privatkunden deponieren und sich so die aufwändige Zustellung mit bis zu drei Zustellversuchen sparen.

Mit 4 500 Filialen in 80 Ländern, davon 3 500 in den USA und 600 in 15 europäischen Staaten, hält sich MBE für das größte Netzwerk für Versand-, Büro- und Kommunikationsdienste. Insgesamt werden 40 Millionen Pakete im Jahr über das MBE-Netzwerk verschickt. UPS hatte die 1980 gegründete MBE 2001 übernommen, war aber zuvor bereits Partner von MBE in den USA.

Michael Sradnick, Geschäftsführer der MBE Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin, ist davon überzeugt, dass der MBE-Shop in Deutschland für die angepeilte mittelständische Geschäftskundenklientel genauso unverzichtbar sein wird wie der Bäcker um die Ecke. Er zählt bereits mehr als 500 Interessenten für das Franchisemodell, bei dem die Lizenznehmer selbstständige Unternehmer sind. Sie können Lizenzen für ein Gebiet oder einzelne Filialen erwerben.

Die Investitionskosten für den Franchisenehmer kalkuliert Sradnick auf 69 000 bis 93 000 Euro. Als Gebühr werden jährlich 6 % vom Umsatz an MBE fällig. Die mögliche Umsatzrendite vor Steuern beziffert Sradnick auf 20 bis 25 % bei einem durchschnittlichen Filialumsatz von 350 000 Euro.

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