1000 Stellen fallen weg
Mg verschärft ihren Sparkurs

Der Chemie- und Anlagenbaukonzern Mg Technologies will nach einem deutlichen Gewinnrückgang mit dem Abbau weiterer Arbeitsplätze auf die schwache Konjunktur reagieren.

Reuters FRANKFURT. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende September 2002 sei der Vorsteuergewinn im Konzern nach vorläufigen Zahlen um 13 Prozent auf 320 Millionen Euro gesunken, teilte das Frankfurter Unternehmen am Mittwoch mit. Konzernchef Kajo Neukirchen hatte unlängst bereits einen Rückgang auf 310 bis 325 Millionen Euro eingeräumt. Die Mg kündigte nun die Streichung von rund 1000 Stellen im Rahmen des bereits laufenden Sparprogramms im Konzern an. Auch für die nächsten Monate sei "nicht mit nennenswerten konjunkturellen Impulsen" zu rechnen, hieß es. Eine konkrete Prognose für das Geschäftsjahr 2002/2003 legte die Mg nicht vor.

Unter dem Strich werde für das Jahr 2001/2002 wohl ein Überschuss von rund 190 Millionen Euro stehen nach 201 Millionen Euro auf vergleichbarer Basis im Vorjahr, sagte ein Sprecher. Beim Umsatz verzeichnete die Mg einen Rückgang von 2,6 Prozent auf rund 8,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern betrage 347,6 Millionen Euro, was einem Plus von einem Prozent entspreche.

Das Jahr habe gezeigt, dass die Mg konjunkturelle Einbrüche gut verkraften könne, ließ das Management verlauten. Bei einer anhaltend schwachen Wirtschaft werde die Mg durch die Sparmaßnahmen ihre Ergebnisse weiterhin auf einem hohen Niveau halten können. Die konjunkturelle Unsicherheit sowie die geplanten Steuerrechtsänderungen der Bundesregierung erschwerten allerdings jede Prognose für das neue Jahr, hieß es.

Die Mg kündigte weitere Schritte zur Steigerung der Ertragskraft an. "Sowohl im Bereich Chemie als auch insbesondere im Bereich Engineering sehen wir Möglichkeiten einer weiteren Fokussierung und Straffung", erklärte Neukirchen. Entscheidungen würden aber erst nach der erwarteten neuen Steuergesetzgebung in Deutschland getroffen. Im Zuge der weiteren Restrukturierungen übernimmt Neukirchen im Vorstand nun künftig auch das Ressort Unternehmensentwicklung.

Aus bereits laufenden Sparmaßnahmen erwartet der Konzern Einsparungen von 100 Millionen Euro, davon die Hälfte im neuen Geschäftsjahr bis Ende September 2003. Die Streichung von 1000 Stellen betreffe sowohl das In- als auch das Ausland. Konkrete Angaben zum Jobabbau in Deutschland wurden noch nicht gemacht. Aktuell beschäftigt der Konzern weltweit rund 32 000 Menschen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Bereich Mg engineering, in dem der Konzern sein Anlagenbaugeschäft bündelt, bei leicht erhöhtem Umsatz sein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis um 38 Prozent auf 265,9 Millionen Euro gesteigert. Der Auftragseingang in der Sparte sei indes um vier Prozent auf 4,116 Milliarden Euro gesunken, hieß es. In der Chemiesparte habe sich der Konzern trotz eines Nachfrageeinbruchs bei wichtigen Abnehmern gut behaupten können. So legte nach Konzernangaben das bereinigte Ergebnis der Chemie leicht auf 282 Millionen Euro zu nach 276 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sei indes leicht auf 3,952 (Vorjahr: 4,044) Milliarden Euro zurückgegangen.

Die im MDax notierte Mg-Aktie lag nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen mit 1,7 Prozent im Plus bei knapp 7,20 Euro.

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