100 000 neuen Kunden im laufenden Jahr
Maxblue will mit Partnerschaften wachsen

Die Verdopplung der Nutzerzahl bis 2004 soll vor allem durch Kooperationen mit anderen Banken, denen die Plattform zur Verfügung gestellt wird, erreicht werden.

FRANKFURT. Der Online-Broker der Deutschen Bank, Maxblue, will im laufenden Jahr 100 000 neue Kunden gewinnen und "nahe an die Gewinnzone" herankommen. Dies sagte Maxblue-Chef Luca Marighetti im Gespräch mit dem Handelsblatt. Angesichts des trüben Umfelds wird dies nicht einfach. Marighetti erwartet, dass die Lage für die gesamte Branche weiterhin schwierig bleibt: "Es wird viel von Markterholung gesprochen, aber bis jetzt gibt es sie nicht."

Überzeugt ist er von dem Ansatz von Maxblue, der sich deutlich von anderen Online-Brokern wie Consors oder DAB Bank unterscheidet. Marighettis Konzept: Maxblue ist keine eigenständige Gesellschaft, sondern versteht sich als eine in den Konzern integrierte Online-Plattform. Das heißt: Jeder Kunde von Maxblue ist zugleich Kunde der Deutschen Bank und kann auf deren Filialnetz zugreifen. Damit ist die Deutsche Bank der Konkurrenz einen Schritt voraus. In der Branche wird spekuliert, dass auch die Commerzbank darüber nachdenkt, die Kunden von Comdirect in den Bankfilialen zu betreuen.

Maxblue soll aber nicht nur den Deutsche-Bank-Kunden offen stehen. Marighetti setzt auf Partnerschaften mit anderen Banken, denen eigene große Expertise im Kapitalmarktgeschäft fehlt. Für diese will die Deutsche Bank via Maxblue das Online-Wertpapiergeschäft übernehmen.

Kooperationsverhandlungen mit mehreren Banken

Derzeit rede man mit 20 Banken im In- und Ausland über Kooperationen, erklärte Marighetti. In Großbritannien beispielsweise werde mit den Building Societies (britische Immobilienbanken) verhandelt. Eine erste Vereinbarung wurde bereits im vergangenen Jahr mit dem brasilianischen Banco do Brasil unterschrieben.

Für die Partner habe dieses Modell den Charme, dass sie keine eigenen Systeme aufbauen müssten, um ihren Kunden Online-Brokerage anbieten zu können. Umgekehrt weitet Maxblue auf diese Weise die Zahl seiner Nutzer aus. Abgerechnet werden die Wertpapierkäufe über deren normale Bankverbindung - ein eigenes Maxblue-Konto wird es nicht geben. Daher spricht Marighetti auch - im Gegensatz zur Consors oder Comdirect - nicht von Kunden, sondern von Nutzern. Der Löwenanteil der Gebühren für die Wertpapiergeschäfte bleibt bei der Deutschen Bank hängen. Den Partnerbanken stellt der Maxblue-Chef 15 bis 25 Prozent der Einnahmen in Aussicht - dafür entstünden den Partnern aber auch keine Kosten abgesehen von den einmaligen Anschlusskosten an Maxblue.

Interessant könnte Maxblue auch mit Blick auf die hausinterne Abwicklung von Wertpapiergeschäften werden. Bei dieser so genannten Internalisierung leiten die Banken die Aufträge ihrer Kunden nicht mehr an die Börsen weiter, sondern handeln selbst mit den Anlegern. Davon versprechen sich die Banken höhere Einnahmen, weil sie an der Spanne zwischen An- und Verkaufspreisen (spread) verdienen können. Die Deutsche Bank arbeitet bereits seit längerem an einer entsprechenden Plattform.

Mit 702 000 Nutzern Ende letzten Jahres hat der erst im April gestartete Online-Broker die Konkurrenz schnell überflügelt. Consors zählt 566 000 Kunden, die DAB Bank 546 500. Rund 265 000 Nutzer stammen allerdings von dem Vorgänger Brokerage 24, 200 000 von der Deutschen Bank 24 beziehungsweise dem Private Banking. Zusätzlich konnten 90 000 "echte" Neukunden gewonnen werden, die zuvor keine Konto bei der Deutschen Bank besaßen. Damit belegt Maxblue hinter der DAB Bank, die 128 000 neue Kunden verzeichnete, Platz 2 der deutschen Brokerszene.

Trotz des schwierigeren Umfeldes hält Marighetti an seiner Prognose fest, im Jahr 2004 zirka 1,5 Millionen Nutzer zu haben. Entgegen früheren Aussagen wurde im vergangenen Jahr aber noch nicht die Gewinnschwelle erreicht. "Das war ein Jahr in dem wir sehr stark investiert haben", sagte der Banker.

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