106 Liter Regen pro Quadratmeter
Überschwemmungen und Erdrutsche in der Schweiz

Heftige Gewitter mit gewaltigen Regengüssen haben in der Schweiz zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrsbehinderungen geführt.

Wiwo/ap LUZERN/WIEN. Hunderte von Kellern wurden überflutet. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Bahnhof Luzern war vorübergehend lahm gelegt.

Besonders stark betroffen waren die Region Luzern und Teile des Kantons Schwyz. In Luzern goss es nach 20.00 Uhr wie aus Kübeln. Innerhalb einer Stunde maß MeteoSchweiz 58 Liter Regen pro Quadratmeter. Bis am Freitagmorgen waren es 106 Liter - eine Menge, die im vergangenen Jahrhundert nur zwei Mal überschritten wurde, wie der Meteorologe Ludwig Z'Graggen auf Anfrage sagte. Da es auch am Freitagmorgen noch regnete, könnte der höchste 24-Stunden-Wert von 111 Litern aus dem Jahre 1944 übertroffen werden.

In Luzern verwandelten sich Straßen in reißende Bäche. Die ganze Bahnhofeinfahrt stand unter Wasser. Die Bahn mussten den Betrieb zwischen 20.45 Uhr und 22.00 Uhr einstellen. Rund 400 Schadensmeldungen wegen überschwemmten Kellern und Tiefgaragen gingen aus der Region Luzern ein. 18 Feuerwehren der Region standen im Dauereinsatz. Mehrere hundert Telefonanrufe innerhalb von zwei Stunden wegen Wasserschäden registrierte auch die Kantonspolizei Schwyz. Die Hauptverkehrsachse Meggen - Küssnacht zwischen den Kantonen Luzern und Schwyz war wegen Erdrutschen bis am frühen Freitagmorgen auf Straße und Schiene unterbrochen.

Auch in anderen Landesteilen waren die Gewitter am Donnerstagabend mit sehr intensiven Niederschlägen verbunden. So wurden in St. Gallen über 50 Liter pro Quadratmeter gemessen. Das Zürcher Weinland wurde zudem von einem Hagelzug heimgesucht. Der Meteorologe Z'Graggen erklärte die sintflutartigen Niederschläge mit den labilen Luftschichten und der Sonneneinstrahlung im Laufe des Donnerstags sowie mit einer so genannten Konvergenzzone, bei der Winde aus Nordwesten und aus Nordosten zusammenprallten und zu einer Staulage nördlich der Alpen führten.

Heftige Regenfälle führten in der Nacht auch in Niederösterreich zu teilweise kritischen Hochwassersituationen. Betroffen waren vor allem die Bezirke Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen. Die Flüsse Triesting, Piesting und Schwechat im Süden des Bundeslandes sind über die Ufer getreten. In Niederösterreich waren über 1.700 Feuerwehrleute im ständigen Einsatz. Auch das Bundesheer wurde zu Hilfe gerufen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

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