11. September und Kriegsangst - Telekom-Verluste
Dax schließt deutlich im Minus

Angesichts wachsender Sorgen der Anleger vor Anschlägen ist der Deutsche Aktienindex (Dax) am Montag getroffen von Kursverlusten bei Technologiewerten schwächer aus dem Handel gegangen.

Reuters FRANKFURT. Bei Handelsende betrug der Abschlag beim wichtigsten Frankfurter Börsenbarometer 1,62 Prozent auf 3 429 Punkte. "Diese Woche ist wegen des Jahrestags des 11. September eine ganz besondere Woche", sagte ein Aktienhändler. Die Anleger seien aus Furcht vor neuen Anschlägen sehr zurückhaltend. Im Blickpunkt standen die Papiere der Deutschen Telekom. Der Schattenwirtschaftsminister der CDU/CSU, Lothar Späth, hat für den Fall eines Wahlsieges der Union eine schnelle und umfassende Privatisierung der Telekom-Anteile des Bundes angekündigt. Die Aktien der Siemensfamilie litten unter negativen Analystenkommentaren.

In Frankfurt gab am Neuen Markt der Blue-Chip-Index Nemax 50 1,26 Prozent auf 446 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte notierte 0,64 Prozent tiefer bei 3 244 Punkten.

Lothar Späth: Würde Telekom weiter privatisieren

Die Aktien des Dax-Schwergewichts Deutsche Telekom fielen um 3,74 Prozent auf 10,30 Euro. Aktienhändler sagten, die Äußerungen über eine weitere Privatisierung des Konzerns belaste den Kurs. Eine Platzierung von Aktien durch den Bund würde den Kurs der Telekom-Papiere tendenziell drücken. Fondsmanager Frank Gänsch von Commerz Asset Managers sagte jedoch, Späths Worte seien Ausdruck des Wahlkampfes. "Der Staat muss - egal, welche Regierung an der Macht ist - noch zwei bis drei Jahre warten, um seinen Anteil zu verkaufen." Ansonsten "verscherbele" der Staat seinen Anteil unter Wert.

Die Aktien von Epcos und Infineon führten zeitweise gemeinsam die Verliererliste im Dax an, nachdem die Deutsche Bank sich in einer Studie sehr vorsichtig zu den kurzfristigen Aussichten des Halbleitermarktes geäußert hatte. Epcos-Papiere büßten 2,2 Prozent auf 13,01 Euro ein, Infineon-Anteilsscheine lagen 4,31 Prozent tiefer bei 9,33 Euro. Siemens-Aktien verloren knapp zwei Prozent auf 43,95 Euro. Die Stimmung für Technologiewerte sei angesichts des bevorstehenden Zwischenberichts des Handyherstellers Nokia insgesamt eingetrübt, hieß im Handel weiter.

Post - und SAP-Aktien unter Druck

Auch die Aktien der Deutschen Post verloren 2,65 Prozent auf 10,67 Euro. Analystin Martina Jung vom Bankhaus Metzler sagte, der schwache Aktienkurs des Transportunternehmens stehe unter anderem im Zusammenhang mit dem zuletzt stark gestiegenen Ölpreis und mit Sorgen der Anleger vor Anschlägen. Ihre starke Talfahrt der Vorwoche setzten in diesem Zusammenhang auch die Aktien des Touristikkonzerns TUI fort, die 3,82 Prozent auf 19,41 Euro verloren.

Am Neuen Markt gewannen die Anteilsscheine von Morphosys 8,63 Prozent auf 19,25 Euro. Das Unternehmen führt mit British Biotech Fusionsgespräche. Händler sagten, dies bringe wieder Fantasie in den Wert und beflügele den Kurs.

Die Aktien des Mobilfunkdienstleisters Mobilcom büßten 15,61 Prozent auf 4,81 Euro ein und notierten damit nur noch wenig über ihrem Rekordtief von 4,50 Euro. Am Donnerstag wird Mobilcom voraussichtlich Thema auf Sitzungen von Leitungsgremien der hochverschuldeten France Telecom, die rund 28 Prozent an dem Unternehmen hält. Die Papiere des Pariser Konzerns verloren am Montag knapp neun Prozent.

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