110 Kilometer lange Absperrung
Israel zäunt sich ein

Eine Bergkette zieht sich von Israel in das Westjordanland. Bis auf einen kleinen israelischen Kontrollpunkt in Salem deutet nichts auf eine Grenze hin. Doch das soll sich jetzt mit dem Bau eines 110 Kilometer langen Zaunes ändern.

Reuters GRENZÜBERGANG SALEM. Der Zaun in Salem ist Teil eines israelischen Plans, Sicherheitszonen einzurichten, die das Eindringen von palästinensischen Attentätern aus dem Westjordanland nach Israel verhindern sollen. "Es wird Hindernisse wie Zäune, Gräben und Polizeistreifen geben", sagt ein israelischer Beamter, der mit dem 200 Millionen-Dollar teuren Projekt vertraut ist. Die Vorbereitungen für den Bau des wahrscheinlich elektrisch gesicherten Zauns sind bereits getroffen; begonnen wird voraussichtlich kommende Woche.

Doch obwohl der Zaun mehr Sicherheit für Israel verspricht, nicht jeder freut über ihn: Jüdische Siedler im Westjordanland und im Gaza-Streifen fürchten, dass mit dem Bau die Grenze endgültig festgelegt werden könnte. "Wenn sie den Zaun entlang der Grenzen von 1967 bauen werden, sind wir dagegen und werden alles tun, um den Bau zu stoppen", sagt ein Sprecher der Siedler. Die geplanten Zäune werden israelischen Medienberichten zufolge größtenteils den Grenzen folgen, die Israel vor 1967 von dem Westjordanland trennten.

Doch auch einige Palästinenser sind gegen den Zaun. Arbeiter, die zum Geldverdienen über die durchlässige Grenze nach Israel gehen, sorgen sich um ihren Broterwerb. "Ich werde einen Tunnel unter dem Zaun durchgraben, weil ich nicht will, dass meine Familie verhungert", sagte ein Bauarbeiter. Andere fürchten, ihre Familien in den nahe gelegenen Dörfern arabischer Israelis nicht mehr sehen zu können. Palästinensische Landbesitzer haben Angst, ihr Grund und Boden könnte ihnen für den Zaunbau weggenommen werden.

Die israelische Regierung ließ sich von dem Plan für die Sicherheitszonen überzeugen, weil ihre Sicherheitsbehörden gute Erfahrungen damit am Gaza-Streifen gemacht hatten. Dort hätten militante Palästinenser keine Selbstmordattentate mehr verübt, da der Gaza-Streifen völlig gegenüber Israel abgeriegelt sei, hieß es.

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