111 Menschen gestorben
Grubenexplosion in China

Ein Grubenunglück in Nordostchina hat mindestens 111 Menschenleben gekostet. Wenigstens vier Bergleute werden noch vermisst.

dpa PEKING. 60 Leichen seien bereits geborgen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Rettungsarbeiten in der Chengzihe-Grube von Jixi (Provinz Heilongjiang) liefen auf Hochtouren. 24 Bergleute seien verletzt geborgen worden.

Alle zehn Kohlebergwerke von Jixi wurden angewiesen, ihre

Produktion einzustellen und die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Landesweit wurden Kohlegruben aufgefordert, ihre Lehren aus dem Unglück zu ziehen und mehr Aufmerksamkeit der Produktionssicherheit zu widmen.

Bei der Explosion am Donnerstagmorgen war auch der für Arbeitsschutz und Sicherheit zuständige, örtliche Direktor der Kohleverwaltung der Provinz, Zhao Wenlin, zu einer Inspektion in der Grube. 139 Bergleute seien unter Tage gewesen, berichtete Xinhua. China hat die weltweit größte Bergwerksindustrie und auch die meisten Grubentoten. Die nationale Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz und Produktionssicherheit gibt die Zahl der Toten allein in Kohlegruben im vergangenen Jahr mit 5 160 an. Doch passieren auch in den anderen Bergwerken viele Unglücke.

Oft werden sie aus Angst vor Bestrafung auch vertuscht, so dass Schätzungen bis zu 10 000 Toten reichen. Erst Anfang des Monats war ein lokaler Parteichef in Nandan (Guangxi) in Südchina wegen eines schweren Unglücks, bei dem 81 Bergleute ums Leben gekommen waren, zum Tode verurteilt worden. Zwei Wochen lang war das Unglück verschwiegen worden.

Die Bemühungen höherer Behörden, aus Sicherheitsgründen tausende kleine, illegale Gruben zu schließen, bleiben oft fruchtlos. Unter dem Schutz lokaler Funktionäre, die an der Bergwerksindustrie mitverdienen, machen die Gruben meist schnell wieder auf.

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