12,5 Milliarden Dollar Stand-By-Kredit
Argentinen-Umschuldung ist abgesegnet

Das vor knapp zwei Wochen in Buenos Aires ausgehandelte Paket ist von dem Direktorenrat des IWF, in dem die wichtigsten Mitglieder vertreten sind, angenommen worden.

HB DUBAI. Das Umschuldungsabkommen Argentiniens mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist unter Dach und Fach, teilte der IWF mit. Die Vereinbarung sieht einen Stand-By-Kredit von 12,5 Milliarden Dollar über drei Jahre vor. Damit soll Argentinien geholfen werden, die Raten für alte Verbindlichkeiten zu begleichen. Mit der Vereinbarung ist der Weg für Verhandlungen über ein Umschuldungsabkommen mit den privaten Gläubigern frei.

Argentinien will umschulden

Argentinien will an diesem Montag bei der IWF-Tagung in Dubai das von weltweit hunderttausenden privaten Anlegern mit Spannung erwartete Programm zur Teilrückzahlung seiner Schulden in Höhe von 103 Milliarden Dollar (92 Milliarden Euro) vorlegen. Finanzminister Roberto Lavagna reiste bereits am Wochenende an den Golf, um den Vorschlag zum Auftakt der auf Monate angelegten Verhandlungen über die Umschuldung bei privaten Gläubigern vorzustellen. Das überschuldete südamerikanische Land bedient diese Schulden seit Anfang 2002 nicht mehr. Betroffen sind auch vor allem deutsche und italienische Anleger.

Die von der Hypo-Vereinsbank ins Leben gerufene Organisation ABRA und ihre italienische Schwesterorganisation TFA hatten sich vor kurzem zu der Interessengemeinschaft IGOR (International Group of Rome for Argentina Bondholders) zusammengeschlossen. Anleger aus beiden Ländern haben Anleihen im Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro in Argentinien gezeichnet. Sie gelten seit langem als riskant und waren mit Traumrenditen verbunden.

Nach unbestätigten argentinischen Presseberichten sollen den Inhabern solcher Schuldpapiere verschiedene Wahlmöglichkeiten angeboten werden. An Stelle der 154 verschiedenen alten Bonds werde es neue in Dollar, Euro und Yen geben. Einige werden nach diesen Angaben eine relative kurze und andere eine längere Laufzeit haben, mit zinsfreier Zeit von drei Jahren versehen sein und auf einen Verzicht der Gläubiger auf 50 bis 70 Prozent ihrer Forderungen hinauslaufen.

"Es ist klar, dass es bei den Inhabern der Bonds lange Gesichter geben wird", sagte Lavagna. Argentinien sei guten Willens, werde aber seine wirtschaftliche Erholung nicht aufs Spiel setzen, fügte der Minister hinzu. Eine von der IGOR angestrebte Auszahlung von 100 Prozent des Nominalwertes erschien ausgeschlossen.

Ende 2001 war die Regierung von Präsident Fernando de la Rua in einem Strudel sozialer Proteste und blutiger Straßenkämpfe gestürzt. Kurz danach wurden Zins- und Tilgungszahlungen an private Gläubiger eingestellt. In den fast 21 Monaten seither seien Forderungen von 20 Milliarden Dollar und nicht gezahlte Zinsen in Höhe von 10 Milliarden Dollar aufgelaufen, meldete die Nachrichtenagentur DyN.

IWF-Chef Horst Köhler legte am Sonntag in Dubai zudem Vorschläge für eine bessere Überwachung des internationalen Finanzsystems vor. Bei Finanzkrisen wie in Argentinien müsse stärker geprüft werden, ob die Länder ihre Schulden überhaupt noch bedienen können.

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