12-Jährige Brandenburgerin wurde seit über 2 Wochen vermisst
Ulrike fiel einem Sexualverbrechen zum Opfer

ap EBERSWALDE. Die zwölfjährige Ulrike aus Eberswalde ist einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Das ergab die Obduktion der am Donnerstag in einem Wald im brandenburgischen Werneuchen gefundenen Leiche, wie Staatsanwaltschaft und Polizei auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag bestätigten. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sei das Mädchen noch am Tag seines Verschwindens sexuell missbraucht und getötet worden. Am Hals Ulrikes seien Druckstellen festgestellt worden.

Auf Grund einer neuen Zeugenaussage, der die Ermittler nach Angaben von Oberstaatsanwalt Carlo Weber "einiges Gewicht" beimessen, wurde ein Phantombild von dem mutmaßlichen Täter angefertigt. Bei dem Verdächtigen handelt sich um einen 25 bis 35 Jahre alten, schlanken Mann mit dunkelblonden Haaren.

Mit Trauer reagiert die Landesregierung

Die brandenburgische Landesregierung reagierte mit Trauer und Bestürzung auf den Tod der Ulrikes. "Unser Mitgefühl in dieser schweren Stunde gilt den Eltern und der Schwester des Mädchens", erklärten Ministerpräsident Manfred Stolpe und Innenminister Jörg Schönbohm: "Mit großer Trauer müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass alle polizeilichen Anstrengungen, das vermisste Kind wiederzufinden, am Ende vergeblich gewesen sind." An der Schule des Mädchens fiel am Freitag der Unterricht aus.

Ulrike war am 22. Februar auf dem Weg zum Handballtraining verschwunden. In einem Wald hatte die Mutter am Abend das Fahrrad des Mädchens gefunden. Kurz nach dem Verschwinden war ein ausgebrannter VW Polo gefunden worden, in dem sich eine Haarspange Ulrikes befand. Bei der zweiwöchigen Großfahndung hatten zu Spitzenzeiten bis zu 650 Polizisten die Umgebung von Eberswalde durchkämmt. Daneben waren Tornados der Bundeswehr eingesetzt worden. Insgesamt durchsuchten die Beamten nach eigenen Angaben rund 25 Quadratkilometer.

Am Donnerstag fand dann ein Spaziergänger die Leiche in einem Wald neben dem früheren sowjetischen Militärgelände in Werneuchen, etwa 30 Kilometer von Eberswalde entfernt, gefunden. Sein Hund hatte den toten Körper aufgespürt.

Stolpe und Schönbohm danken Polizisten

Stolpe und Schönbohm dankten den an der Suche beteiligten Beamten und Freiwilligen. "Die Polizei wird jetzt ihre Anstrengungen voll und ganz darauf konzentrieren, die Schuldigen dieses furchtbaren Verbrechens zu ermitteln", erklärten sie.

Die Mitschüler Ulrikes nahmen die Nachricht von dem Leichenfund mit Entsetzen auf. Der Direktor der Grundschule, die das Mädchen besuchte, sagte dem Rundfunksender Antenne Brandenburg: "Die Kinder waren sehr still und bedrückt, als sie heute zur Schule kamen." Viele seien auch gleich zu Hause geblieben. Statt Unterricht wollten die Lehrer mit den Schülern über den Fall sprechen und ihnen die Möglichkeit zum Trauern geben.

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