12 Milliarden für den Kampfjet
Minister erteilen Eurofighter Betriebserlaubnis

Nach jahrelangen Pannen und Verzögerungen wird das Kampfflugzeug Eurofighter an diesem Montag von den vier Partnerländern offiziell zugelassen.

dpa MÜNCHEN. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) und seine drei Amtskollegen aus Großbritannien, Spanien und Italien werden dem umstrittenen Überschall-Jet bei einer Feier im oberbayerischen Manching gemeinsam die Typenzulassung erteilen. Die vier Länder wollen insgesamt 620 Exemplare in drei Tranchen kaufen.

Die Bundeswehr hat für dieses teuerste Rüstungsprojekt ihrer Geschichte 180 Eurofighter bestellt. Pro Exemplar soll der Eurofighter 83 Millionen Euro kosten. Bis 2015 werden die Gesamtkosten auf schätzungsweise 12 Milliarden Euro veranschlagt.

Das Kampfflugzeug stand in seiner mehr als 25-jährigen Entwicklungszeit mehrfach vor dem Aus. Kritiker bemängelten die hohen Kosten, auch wurde die Notwendigkeit des Flugzeugs grundsätzlich in Frage gestellt. 1997 segnete der Bundestag die Beschaffung nach heftigen politischen Debatten ab. Zwecks Kostendämpfung sollte unter der Regierung Kohl aber noch bei der Bewaffnung mit Raketen gespart werden - woraufhin manche Kritiker den Eurofighter als erstes unbewaffnetes Kampfflugzeug der Militärgeschichte verspotteten.

Inzwischen ist vereinbart, dass der Jet von 2004 an mit der Luftboden-Rakete "Taurus" (Stückpreis etwa eine Million Euro) ausgerüstet werden soll. Von 2005 an soll die Bewaffnung mit der "Iris-T"-Rakete kurzer Reichweite folgen. Deutschland will 1250 Stück davon kaufen und ist dafür eine Gesamtverpflichtung von 540 Millionen Euro eingegangen. Geplant ist ferner noch die Anschaffung von 600 "Meteor"-Raketen mittlerer Reichweite. Die endgültige Entscheidung darüber fällt aber voraussichtlich nicht vor 2008.

Zu Verzögerungen kam es wegen Pannen bei der Produktion. So gab es Fertigungsfehler an Vorflügeln und Seitenleitwerk - der Eurofighter flog bei der Erprobung mit defekten Flossen einstweilen unter der Schallgeschwindigkeit. Die Kinderkrankheiten sollen nun behoben sein. Die vier Länder hoffen nach wie vor, dass der Eurofighter sich zum Exportschlager entwickelt. Mitte Mai bestellte Österreich immerhin 18 Maschinen.

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