12-Zylinder-Fahrzeug mit 640 PS soll 500 000 Euro kosten
Ferrari baut seinem neuen F60 reinrassige Formel-1-Technik ein

Bei der Vermarktung seiner Seriensportwagen zieht die italienische Weltmeister-Schmiede Ferrari alle Register. Nun offeriert sie zunehmend High Tech aus der Formel 1 in Seriensportwagen.

pha MODENA. Denn in Anbetracht der aufkommenden Konkurrenz selbst bei den Supersportwagen verhelfen laut Ferrari-Chef Luca di Montezemolo die jüngsten Triumphe in der höchsten Motorsportklasse zu einem handfesten Wettbewerbsvorteil.

Was lag da näher, als die beiden neuen Modelle Ferrari 575M Maranello und F60 mit Accessoires aus dieser Formel zu spicken. Der von Italiens Design-Ikone Pininfarina eingekleidete Traumsportwagen mutiert dabei dank einer diskreten kosmetischen Verschönerung und einer Hubraumerweiterung des legendären V12-Triebwerks vom 550 zum 575M Maranello, wobei das "M" für "Modificata" steht.

Dass im Zuge dieser Modifikationen am Ferrari-Spitzenmodell die Leistung von 485 auf 515 PS anstieg (Höchstgeschwindigkeit: 325 km/h), mag da eher nebensächlich erscheinen. Vielmehr kam es den Ingenieuren darauf an, erstmals ein F1-Getriebe zu installieren, das über flache Hebel, so genannte Schaltpaddel hinter dem Lenkrad, die Gänge elektronisch schneller wechselt, als es ein Profi per Handschaltgetriebe und Kupplungspedal vermag. Der Sprint von 0 auf 100 km/h lässt sich so in 4,2 Sekunden bewerkstelligen.

Mit der "Launch-Control" genannten, ebenfalls elektronisch gesteuerten Anfahrhilfe kommt ein weiteres Detail aus der Formel 1 erstmals in einem Serienauto zum Einsatz. Das eingespeiste Programm erlaubt wettbewerbsähnliche Starts durch optimiertes Traktionsverhalten. Wer im Stand und bei eingelegtem Schaltmodus "Sport" mit dem linken Fuß das Bremspedal tritt, kann gleichzeitig mit dem Gasfuß die für das beste Anfahrdrehmoment optimale Motordrehzahl vorwählen.

Mit dem Lösen der Bremse schließt das System die Kupplung und reguliert die Kraftverteilung entlang der Schlupfgrenze. Kein Geringerer als Michael Schumacher selbst soll sich für diese Technik im 575M Maranello, seinem neuen Dienstwagen, stark gemacht haben. Für wohlhabende Normalsterbliche stellt Ferrari dafür ab dem 29. April 196 000 Euro in Rechnung. Wer partout selber schalten will, kann 8 000 Euro sparen

.

Das Nonplusultra an Formel- 1-Technik im öffentlichen Straßenverkehr bietet ab Herbst der Ferrari F60. Formal allein der Funktion folgend, mutet er ästhetisch als das an, was er ist: ein Monoposto (einsitziger Rennwagen) mit Beifahrersitz und übergestülpter Karosserie. In technischen Daten bedeutet dies: V12-Motor, 640 PS, halbautomatisches F1-Getriebe, Kohlefaserchassis, Carbonbremsen, Flügeltüren, aerodynamischer Unterboden mit Ansaugeffekt. 300 Exemplare sollen von diesem Formel 1 für die Straße gebaut und handverlesenen treueen Ferrari-Kunden zum Stückpreis von 500 000 Euro zugeteilt werden.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%