120. Revier-Derby
Borussia Dortmund unter Druck

Wenn Schwarzgelb auf Königsblau trifft, kocht am Borsigplatz und auf Schalke regelmäßig die Volksseele. "Kein anderes Spiel löst bei unseren Fans so viele Emotionen aus", sagt Michael Zorc, Sportmanager des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund.

dpa DÜSSELDORF. Zorc weiß vor dem 120. Revier-Derby am Samstag gegen den FC Schalke 04, dass Punkte aus diesen Partien bei allen Beteiligten immer doppelt zählen - diesmal besonders beim BVB, der auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung erst einen "Dreier" buchte: "Wir stehen gegen unseren Erzrivalen unter Druck", versucht Dortmunds Trainer Matthias Sammer, aus seinen Profis "noch mehr Galligkeit" heraus zu kitzeln.

Seit sieben Bundesligaspielen sind die Dortmunder gegen die Schalker ohne Sieg und wurden vor zwei Jahren geradezu gedemütigt: 0:4 lautete das Resultat am 23. September 2000, die zweithöchste Heimniederlage in der BVB-Bundesliga-Historie war perfekt. Noch schlimmer war es am 20. Oktober 1940, damals allerdings in der Schalker Glückauf-Kampfbahn: 10:0 gewannen die Königsblauen und sorgten unter anderem mit vier Treffern von Ernst Kuzorra für die deftigste Dortmunder Blamage in der Geschichte des Revier-Derbys.

Nicht nur die 68 600 Zuschauer im seit Wochen ausverkauften Westfalenstadion werden auch diesmal elektrisiert sein. «Ich spüre dieses gewisse Kribbeln», lässt sich Nationalspieler Christian Wörns bei seinem Comeback nach der zweiten Knie-Operation im Mai von der ewig währenden Brisanz des modernen Nostalgikers schon jetzt mitreißen. Wörns-Kollege Christoph Metzelder will gar "Gras fressen" und, ganz in Sammers Sinn, "noch mehr Gift und Galle zeigen".

Der "Schalker Kreisel"


Diese Einstellung beherrschte die Derby-Protagonisten schon seit der Premiere: Am 3. Mai 1925 siegte Schalke, damals in einem Spiel um die Ruhr-Gaumeisterschaft der Kreisliga, mit 4:2. "Kurz und flach wanderte der Ball von Mann zu Mann" - so wurde der berühmte "Schalker Kreisel" erfunden.

Es dauerte über 18 Jahre, ehe der BVB gegen die damals hoch überlegenen Gelsenkirchener erstmals gewann. Am 14. Oktober 1943 erzielte August Lenz das einzige Tor des BVB. Die Chronik hält aber auch das 7:0 der Dortmunder am 26. Februar 1966 fest, höchster BVB - Derbyerfolg. Oder den 18. Dezember 1997, als der heutige BVB-Torhüter Jens Lehmann in der Nachspielzeit per Kopf das 2:2 für Schalke erzielte. "Dieses Spiel ist immer etwas Besonderes", denkt Lehmann zurück.

Ein Sieg der Schalker beim Erzrivalen würde für Gerald Asamoah "zu einem Festtag". Die Aussicht darauf motiviert "ganz Gelsenkirchen". Der zuletzt angeschlagene Andreas Möller (Virusinfektion) will auf die Zähne beißen und brennt gegen seinen Ex-Club auf einen Einsatz, bei dem es um viel geht: Der Unterlegene verliert den Blickkontakt zur Spitze. Emile Mpenza (Muskelverletzung) fällt dagegen aus. Michael Zorc: "Wir müssen gewinnen, um den Anschluss nicht zu verpassen." Das 120. Derby wird die Richtung weisen.

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