126 Millionen Euro Verlust bis Ende Mai
Bankgesellschaft Berlin sieht wieder rot

Die Bankgesellschaft Berlin hat in den ersten fünf Monaten des Jahres einen Fehlbetrag von 126 Millionen Euro erwirtschaftet.

Reuters BERLIN. Die Bank bezeichnete diesen Verlust nach Steuern am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung als "erwartungsgemäß". Im Vorjahreszeitraum habe der anteilige Verlust Minus 47 Millionen Euro betragen. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge von Januar bis Mai habe sich mit einem Minus von 75 Millionen Euro gegenüber dem anteiligen Vorjahreswert von minus 264 Millionen Euro deutlich verbessert. Im laufenden Jahr werde es trotz positiver Sanierungsbemühungen erneut einen Verlust geben. Einen Tag vor der Hauptversammlung am Freitag bestellte der Aufsichtsrat den ehemaligen Eurohyp-Manager Thomas Veit in den Vorstand der Bank. Dort soll er ab Herbst die Bereiche Bilanzen, Steuern, Rechnungswesen und das Immobilienkreditgeschäft verantworten.

Laufendes Jahr wird verlustreich

Die Bankgesellschaft bekräftigte, dass der Konzern das laufende Jahr nochmals mit einem Verlust abschließen werde. Die Sanierung des Konzerns, vor allem die Maßnahmen zur Reduzierung des Verwaltungsaufwandes, würden jedoch dazu beitragen, den operativen Verlust deutlich zu senken, hieß es weiter. Vorstandschef Hans-Jörg Vetter hatte im Mai angekündigt, die Bank peile für das laufende Jahr an, den operativen Verlust aus 2001 von 634 Millionen Euro mindestens zu halbieren. Mit einem Gewinn werde frühestens in den nächsten zwei Jahren gerechnet.

Im Gesamtjahr 2001 hatte die mehrheitlich landeseigene Bank nur dank der Übernahme von Altrisiken im Immobiliengeschäft durch den Berliner Senat einen vergleichsweise geringen Verlust von 112 Millionen Euro verbucht nach einem Minus von 1,65 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Rückstellungen vor allem im Immobiliengeschäft von insgesamt 965 Millionen Euro waren wegen der so genannten Risikoabschirmung des Landes aufgelöst worden und in die außerordentlichen Erträge eingeflossen. Deshalb seien der Fehlbetrag von 126 Millionen in den ersten fünf Monaten 2002 mit dem Minus des Vorjahreszeitraums von 47 Millionen Euro insgesamt nur schwer zu vergleichen, teilte die Bank mit.

Veit verstärkt ab September den Vorstand

Der 54-jährige Veit soll nach Angaben der Bank sein neues Vorstandsamt am 1. September aufnehmen. Aus Unternehmenskreisen verlautete, der gebürtige Augsburger und studierte Betriebswirt sei "breit aufgestellt in seiner Tätigkeit" und gelte als Generalist. "Der kann eigentlich alles", hieß es. Veit könne wegen seiner Personal-Erfahrung langfristig möglicherweise auch den Posten des Arbeitsdirektors übernehmen.

Veit war knapp 20 Jahre für die Deutsche Bank tätig und zuletzt im Vorstand der Hypothekenbank des Geldinstituts, der Eurohyp, zuständig für Kreditrisikomanagement, Datenverarbeitung, Organisation und Personal. Zudem verantwortete er verschiedene Immobiliencenter der Bank. Deren Vorstand gehörte er seit 1996 an und schied Ende Juni 2002 aus. Die Eurohyp wird zum Herbst mit den Hypothekenbanken der Dresdner Bank und der Commerzbank , also mit der Deutschen Hyp und der Rheinhyp, fusionieren.

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