128 tote Geiseln
Neue Ungereimtheiten nach Geiseldrama in Moskau

Zwei Wochen nach der Geiselnahme in Moskau hat die Justiz die Zahl der getöteten Geiseln von 120 auf 128 korrigiert und mit neuen Angaben Verwirrung gestiftet. Fünf der Opfer seien an Schussverletzungen "als Ergebnis der Rebellenhandlungen" gestorben, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Moskau.

HB/dpa MOSKAU. Einzelne überlebende Geiseln hatten nach ihrer Befreiung Angaben des Krisenstabes widersprochen, wonach die tschetschenischen Terroristen unmittelbar vor der Erstürmung durch die Polizei erste Geiseln getötet hätten.

Bislang war in Stellungnahmen der russischen Behörden lediglich von zwei erschossenen Geiseln die Rede gewesen. Auch bei den Angaben über das Schicksal der Terroristen gab es zuletzt Widersprüche. Nachdem es über lange Zeit hieß, von den Terroristen seien 41 getötet sowie zwei oder drei lebend gefangen worden, teilte die Staatsanwaltschaft zu Wochenbeginn mit, keiner der Geiselnehmer habe das Geiseldrama überlebt.

In den Moskauer Krankenhäusern verringerte sich die Zahl der behandelten Opfer des Geiseldramas bis zum Donnerstag von zuletzt 98 auf 42 Patienten. Spezialeinheiten hatten am 26. Oktober im Moskauer Musicaltheater an der Dubrowka nach drei Tagen Geiselhaft mehr als 700 Menschen aus der Gewalt der Terroristen befreit. Die getöteten Geiseln starben fast alle an den Folgen des von der Polizei bei der Erstürmung eingesetzten Betäubungsgases sowie mangelhafter Nachbehandlung.

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