1300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
Grundig steht vor der Zerschlagung

Die Zerschlagung des zahlungsunfähigen Elektronik-Herstellers Grundig ist offenbar nicht mehr abzuwenden. Nach den gescheiterten Bemühungen um einen Verkauf des gesamten Unternehmens sollen die ohnehin schon selbstständigen Geschäftsbereiche einzeln an Interessenten verkauft werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Traditionsunternehmen hatte am 14. April einen Insolvenzantrag gestellt. Unterdessen hat der erst Mitte April an die Vorstandspitze berufene neue Grundig-Chef Eberhard Braun sein Amt niedergelegt.

HB/dpa NÜRNBERG. "Ein Investor für das Gesamtunternehmen ist derzeit nicht in Sicht", sagte ein Unternehmenssprecher. Der Verkauf einzelner Unternehmensteile werde auf andere Weise das Überleben des Unternehmens sichern, unterstrich der Sprecher. Es sollen dabei möglichst viele der in Deutschland rund 1 300 Arbeitsplätze gerettet werden. Für den Kernbereich der Grundig - die Fernseh-, Video- und Audio-Sparte - gebe es nach wie vor Verhandlungsoptionen mit Investoren, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.

Ein "denkbarer Investor" habe bereits erklärt, er könnte sich bei einer Übernahme der genannten Home Intermedia-Systems eine Zusammenarbeit mit der bisherigen Grundig-Führung vorstellen. Dabei könnte das bisherige Top-Management im Unternehmen bleiben und sich in geringem Umfang an dem künftigen Unternehmen beteiligen. Die verbliebenen Grundig-Vorstandsmitglieder Werner Saalfrank und Günter Moissl hätten sich hierzu schon bereit erklärt, hieß es.

Überraschung löste unterdessen der Rücktritt von Grundig-Chef Braun aus. Der nach seinem Einstieg als "Retter" gepriesene Insolvenz-Experte werde künftig nur noch als Berater zur Verfügung stehen. Offiziell begründet wurde Brauns Rücktritt mit dem ebenfalls am Mittwoch erklärten Verzicht auf die ursprünglich geplante Insolvenz in Eigenverwaltung. Ein solches Verfahren, das den Vorstand weiter in seiner Verantwortung belassen hätten, sei mit dem "Verkauf bzw. der Abwicklung vorhandener Geschäftsbereiche und Vermögensteile" nicht mehr sinnvoll, betonte das Unternehmen.

Unklar war am Mittwoch weiterhin das Schicksal der einzelnen Geschäftsbereiche. Gute Zukunftschancen hat nach Einschätzung von Firmenbeobachtern der in der Car Intermedia Systems zusammengefasste Autoradio-Bereich mit seiner Fertigung in Portugal. Da der Geschäftsbereich künftig auch die künftigen elektronischen Erfassungs-Systeme für die Lkw-Maut herstellen soll, gilt er als zukunftsfähig. Interesse daran hat wiederholt der bisherige Grundig- Mehrheitseigner Anton Kathrein angemeldet. Daneben stehen die Bereiche Satelliten-Tuner sowie Büro- und Hotelkommunikation zum Verkauf.

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