135 000 Titel müssen gesperrt werden
Napster blockiert bisher Zugang zu 26 000 Musiktiteln

vwd NEW YORK. Die Online-Musiktauschbörse Napster Inc, Redwood City, hat ihren Nutzern den Zugang zu 115 000 Musikdateien versperrt, die 26 000 verschiedene, urheberrechtlich geschützte Musiktitel enthalten. Napster zufolge wird die von einem US-Bezirksgericht angeordnete Sperrung der Dateien in zahlreichen Fällen dadurch erschwert, dass die Musikunternehmen, denen die Rechte an den Musiktiteln gehören, Napster lediglich die Namen der Künstler und die Titel der Songs mitgeteilt haben. Die Recording Industry Association of America (RIAA), Washington, hatte Napster am Freitagabend die Titel von 135 000 Songs mitgeteilt, die gesperrt werden sollen, berichtet die Onlineausgabe der "New York Times" am Dienstag.

Die RIAA geht dem Bericht zufolge davon aus, dass Napster gemäß der einstweiligen Verfügung von Richterin Marilyn Hall Patel den Zugang zu den am Freitag genannten Songs innerhalb von drei Werktagen unterbinden muss. "Ich denke, Napster entspricht sowohl dem Text als auch dem Geist der Verfügung", sagte Napster-CEO Hank Barry. Er verwies darauf, dass die Musikunternehmen nicht nur Künstler und Titel der Songs nennen müssen, um eine Sperrung zu erreichen, sondern auch den Dateinamen, unter dem der jeweilige Musiktitel bei Napster zu finden sei.

Von den 135 000 eingereichten Songtiteln enthielten mehr als ein Drittel nicht den Dateinamen, der für eine Sperrung erforderlich sei. Barry zufolge kamen allein 46 000 Nennungen ohne Dateinamen von der Sony Music Group. Weiter erschwert werde die Sperrung von einzelnen Musikstücken dadurch, dass Napster-Nutzer die Namen der Songs veränderten, um den Einsatz von Filtern zu erschweren, die ihnen den Tausch der urheberrechtlich geschützten Musiktitel verunmöglichen sollen. "Mittwoch ist nicht der Tag für eine endgültige Entscheidung", sagte Barry. Es handele sich bei der Sperrung der Musiktitel um einen "fortlaufenden Prozess".

Die Filter "haben scheinbar niemanden davon abgehalten, Napster zu benutzen", sagte Matt Bailey, Analyst bei Webnoize, dem Fachinformationsdienst CNET Networks Inc, San Francisco. In der vergangenen Woche habe der Besucherverkehr auf der Napster-Website gegenüber der Vorwoche sogar noch um drei Prozent zugenommen. Zu jedem Zeitpunkt seien durchschnittlich 1,66 Millionen Nutzer im System gewesen, fügte er hinzu. Allerdings gehe er von einem drastischen Rückgang dieser Zahlen aus, wenn die nächste Version der Filter erst einmal in Aktion träten.

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