14 Leichen geborgen
Neue Indizien für Raketenbeschuss als Absturzursache

Drei Tage nach dem Flugzeugabsturz über dem Schwarzen Meer hat die These, die Maschine sei während eines ukrainischen Militärmanövers abgeschossen worden, neuen Auftrieb bekommen.

ap SOTSCHI. Gleichzeitig kritisierte Russland die Informationspolitik der Ukraine. Die Tupolew 154 war am Donnerstag auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk mit 78 Menschen an Bord abgestürzt. Ermittlungsleiter Wladimir Ruschailo teilte mit, man habe Teile gefunden, die offenbar nicht zum Flugzeug gehörten. Einzelheiten nannte er nicht. Aus Kreisen der Suchmannschaften hieß es, ein 15 bis 20 Meter langes, zylinderförmiges Objekt sowie ein durchlöchertes Metallfragment des Flugzeugwracks seien aus dem Wasser geborgen worden.

Aus US-Geheimdienstkreisen war zuvor verlautet, das Flugzeug sei während des Manövers auf der Halbinsel Krim von einer Boden-Luft-Rakete vom Typ S-200 getroffen worden. Diese Waffe wird gegen Kampfflugzeuge eingesetzt, die in großer Höhe fliegen. Die Zeitung "New York Times" berichtete am Samstag unter Berufung auf einen Waffenhersteller, es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Körper dieses Raketentyps einen Angriff überstehe. Die Raketen würden ihr Ziel nicht rammen, sondern mit Schrapnellfeuer zerstören.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow sagte unterdessen, Präsident Wladimir Putin sei mit den Informationen unzufrieden, die die Ukraine über das Manöver übermittelt habe. Iwanow ersuchte Kiew nach eigenen Angaben um weitere Details, unter anderem über die benutzten Raketen. Alle Möglichkeiten der Absturzursache müssten in Betracht gezogen werden, sagte Iwanow im russischen Fernsehen. Putin hat aber auch einen Terroranschlag als Grund für den Absturz nicht ausgeschlossen.

Bis Sonntag wurden 14 Leichen geborgen, acht davon konnten nach Angaben der Einsatzkräfte von den Angehörigen identifiziert werden. Die Bergung der Black Box gestaltete sich schwierig, weil das Meer an der Absturzstelle mehr als 2 000 Meter tief ist. Russland hat Israel und die USA um Hilfe bei der Bergung der Flugdatenschreiber gebeten. Eine 21-köpfige israelische Delegation traf am Sonntag in der Hafenstadt Sotschi ein. Unter den Mitgliedern waren Gerichtsmediziner, Techniker und jüdische Geistliche.

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