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14 Tote bei israelischem Luftangriff

Bei einem der schwersten Angriffe seit Beginn der Intifada vor vier Jahren hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag in Gaza 14 Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet. Vierzig weitere Menschen wurden verletzt.

dpa GAZA. Bei einem der schwersten Angriffe seit Beginn der Intifada vor vier Jahren hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag in Gaza 14 Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet. Vierzig weitere Menschen wurden verletzt.

Kampfhubschrauber feuerten mehrere Geschosse auf ein Trainingslager der Extremistenbewegung in Gaza. Zehntausende wütender Palästinenser nahmen am Mittag an den Begräbnissen der in grüne Hamas-Flaggen gehüllten Leichen teil. Bewaffnete Hamas-Mitglieder schworen Rache und kündigten neue Anschläge in Israel an. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den Luftangriff scharf.

Von israelischer Seite hieß es, der Angriff sei eine Reaktion auf den Doppelanschlag in Beerschewa vor einer Woche, zu dem Hamas sich bekannt hatte. Dabei hatten zwei Selbstmordattentäter 16 Israelis mit in den Tod gerissen. Der Armeesender meldete, es bestehe auch eine Verbindung zwischen dem Ausbildungslager und einem Attentäter, der ebenfalls am vergangenen Dienstag einen Selbstmordanschlag am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen verüben wollte. Israelische Soldaten hatten ihn an der Tat gehindert.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den israelischen Angriff auf die Menschenmenge, die sich auf einem Fußballplatz in einem Wohnviertel Gazas versammelt hatte, als Attacke auf "unschuldige Zivilisten". Israel wolle damit jede Chance auf Wiederbelebung des Friedensprozesses vernichten. Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia sprach von einem "nicht zu akzeptierenden Verbrechen". Eine Reaktion der Hamas auf den israelischen Angriff sehe er nun als "gerechtfertigt" an, sagte der Premier. Hamas forderte von der Autonomiebehörde, jeglichen Kontakt mit Israel einzufrieren.

Der bewaffnete Hamas-Arm Issedin el Kassam kündigte eine "harte Reaktion auf dieses schreckliche Verbrechen" an. Der "Krieg" zwischen Israel und Hamas werde fortgesetzt, sagte Hamas-Sprecher Muschir al Masri. Nach dem Angriff feuerten militante Palästinenser in mehreren Salven Kurzstreckenraketen des Typs Kassam auf Israel ab. Dabei wurde jedoch nur ein Mann in der Grenzstadt Sderot leicht verletzt.

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