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15 Festnahmen bei Polizeischlag gegen Nachwuchsorganisation der ETA

Die spanische Polizei hat der baskischen Untergrundorganisation ETA einen schweren Schlag versetzt. Bei einer Großrazzia in mehreren Städten wurde in der Nacht zum Dienstag die 15-köpfige Führungsspitze der ihr nahestehenden Jugendorganisation "Haika" festgenommen. Diese sei eine "Brutstätte" von Terroristen, aus der die ETA ihren Nachwuchs rekrutiere, sagte Polizeichef Juan Cotino.

dpa BILBAO. "Erst werfen sie Steine, dann Molotow-Cocktails, und schließlich greifen sie zur Pistole oder stellen irgendwo eine Autobombe ab." Den Festgenommenen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

Mehr als 300 Beamte waren an dem "Schlangenbrut" genannten Polizeieinsatz beteiligt. In Bilbao, Hernani, Vitoria und Pamplona durchsuchten sie mehrere Wohnungen und die Büros der Jugendorganisation. Ein Lastwagen voller Unterlagen und Propagandamaterial sei beschlagnahmt worden.

Die festgenommenen Frauen und Männer sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Sie sollen für den "Straßenkampf" der ETA verantwortlich sein. Dabei werden fast jede Nacht öffentliche Gebäude, Banken oder Busse im Baskenland mit Brandbomben und Sprengsätzen angegriffen. Allein im vergangenen Jahr wurden 534 dieser Anschläge gezählt.

Fast alle Terror-Kommandos, die seit der Aufkündigung der Waffenruhe der ETA im Dezember 1999 zerschlagen worden waren, bestanden nach Angaben des Innenministeriums aus ehemaligen "Haika"- Aktivisten. Bei den Anschlägen sind seitdem 26 Menschen getötet worden. Die Mitgliedschaft in der Jugendorganisation, die direkt von der ETA-Führung abhänge und zu deren "politischem Apparat" gehöre, sei wie eine "Feuertaufe" künftiger Terroristen.

"Haika" (baskisch für "sich erheben") war im vergangenen Jahr aus dem Zusammenschluss der Jugendbewegungen radikaler Separatisten des spanischen und des französischen Baskenlandes, "Jarrai" und "Gazteriak", entstanden. Ihr gehören mehrere tausend Jugendliche an.

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