15 Jahre Haft drohen
Insiderhandels-Vorwürfe gegen Ex-Imclone-Chef

Die Wall Street hat wieder einen neuen Skandal. Samuel Waksal, der ehemalige Präsident und Firmenchef des Biotechnologieunternehmens Imclone Systems Inc. ist wegen Insiderhandels festgenommen worden.

dpa NEW YORK. Die FBI-Beamten wurden für die New Yorker Staatsanwaltschaft aktiv. Dies bestätigte Imclone. Waksal wird Insiderhandel vorgeworfen.

Imclone wolle bei den Untersuchungen der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC, des US-Justizministeriums und des Energie- und Handelsausschusses des amerikanischen Repräsentantenhauses "voll kooperieren", versicherte die Gesellschaft.

Waksal hatte Imclone bis vor etwa einem Monat geleitet und dann die Führung an seinen Bruder Harlan Waskal abgegeben. Ein Ausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses hatte für Donnerstag eine Anhörung in Sachen Imclone angesetzt. Waksal stand auf der Zeugenliste.

Waksal wurden nach Angaben der amerikanischen Wirtschaftsagentur Bloomberg zwei Fälle von Verschwörung, sechs Fälle von Insiderhandel und ein Fall von Meineid vorgeworfen. Waksal wurde gegen zehn Millionen Dollar Kaution freigelassen. Er habe sich für nicht schuldig erklärt.

Die SEC hat ihrerseits eine zivilrechtliche Klage wegen illegalen Insider-Handels gegen Waksal in New York eingereicht, teilte sie mit. Die Aufsichtsbehörde wirft Waksal vor, er habe spät im Dezember 2001 die enttäuschende Nachricht erhalten, dass die amerikanische Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA bald den Imclone-Antrag auf eine Vermarktungsgenehmigung für das Krebsmedikament Erbitux zurückweisen werde. Waksal teilte diese negative Nachricht bestimmten Familienmitgliedern mit. Diese verkauften dann Imclone-Aktien, ehe die Erbitux-Entscheidung der FDA öffentlich bekannt wurde.

Waksal habe am Abend des 26. Dezember erfahren, dass die FDA am 28. Dezember den Erbitux-Antrag abweisen würde. Am gleichen Abend und am nächsten Morgen unterrichtete er bestimmte Familienmitglieder. Sofort nach Markteröffnung verkauften diese Imclone-Aktien im Wert von neun Millionen Dollar. In den nächsten zwei Tagen veräußerten sie Imclone-Aktien im Gesamtwert von zehn Millionen Dollar.

Waksal versuchte seinerseits, 79 797 Imclone-Aktien im Wert von fast fünf Millionen Dollar zu veräußern, doch führten zwei Broker die Verkaufsaufträge laut SEC nicht aus. Nach Bekanntgabe der FDA-Entscheidung am 28. Dezember fielen die ImClone-Aktien bis 31. Dezember um 16 Prozent auf 46,46 Dollar.

Die SEC verlangt die Herausgabe von mehreren Millionen Dollar. Die von Waksal informierten Familienmitglieder hätten entsprechende Verluste vermieden. Waksal soll auch eine zivilrechtliche Strafe in ungenannter Höhe zahlen. Die SEC verlangt außerdem, dass es Waksal verboten wird, jemals wieder als Spitzenmanager oder Verwaltungsratsmitglied einer Aktiengesellschaft zu arbeiten.

Die Imclone-Aktien haben seit Jahresbeginn 2002 weiter dramatisch an Wert verloren und notierten am Mittwoch nur noch mit 7,83 Dollar.

Das Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb hatte sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, bis zu zwei Milliarden Dollar für eine 20-prozentige Imclone-Beteiligung und für eine Gewinnbeteiligung an Erbitux zu zahlen, erklärte "Bloomberg".

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