15 Produktionsstätten werden geschlossen
Bayer streicht 1800 Stellen

Der durch einen Medikamentenskandal in Bedrängnis geratene Pharma- und Chemiekonzern Bayer streicht weltweit 1800 Stellen. Zudem sollten 15 Produktionsstätten geschlossen werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Leverkusen mit. Dies und weitere Kosensenkungsprogramme sollen Einsparungen von bis zu 1,5 Mrd. Euro (2,93 Mrd. DM) im Jahr bringen.

ddp/afp LEVERKUSEN. Der Chemie- und Pharmakonzern leidet unter anhaltender Konjunkturschwäche und dem Vermarktungsstopp für den Cholesterinsenker Lipobay/Baycol. Im zweiten Halbjahr habe sich das Wachstum in Europa und vor allem in Deutschland weiter abgeschwächt, sagte der Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider am Donnerstag in Leverkusen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der zusätzlichen Belastungen und Ergebnisausfälle für den Bereich Gesundheit, die sich aus dem am Vortag bekannt gegebenen Vermarktungsstopp für das Cholesterin-Präparat ergeben, müsse für das Gesamtjahr von einem "erheblich" unter den Erwartungen liegenden Ergebnis ausgegangen werden.

Vermarktungsstopp für Baycol/lipoby kostet Milliarden

Schneider bezifferte die Belastungen aus dem Vermarktungsstopp für das Jahresergebnis nach ersten Schätzungen auf 600 bis 650 Mill. ? (1,17 bis 1,27 Mrd. DM). Das Ergebnis im Arbeitsbereich Gesundheit werde voraussichtlich um 40 bis 50 % unter der bisherigen Prognose liegen. Auch das für 2002 angestrebte Ziel von 20 % Umsatzrendite vor Sonderposten in diesem Bereich sei nicht mehr zu schaffen, sagte der Bayer-Chef. Das Unternehmen habe ein Maßnahmepaket zur Steigerung der Rendite gestartet, das bis zum Jahr 2005 Kostensenkungen von 1,5 Mrd. ? vorsehe. Sie sollen bereits im kommenden Jahr zu einer Verbesserung der Ertragskraft beitragen.

Intraday-Chart

Das operative Ergebnis vor Sonderposten sank bei Bayer im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 % auf 1,5 Mrd. ?. Der Konzerngewinn gab um drei Prozent auf 1,0 Mrd. ? nach. Dagegen steigerte der Konzern seinen Umsatz im fortzuführenden Geschäft (ohne Geschäftsbereich Fasern und EC-Erdölchemie) um acht Prozent auf 15,6 Mrd. ?.

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