15 Prozent: United Internet trennt sich von AdLink-Anteil

15 Prozent
United Internet trennt sich von AdLink-Anteil

Die Beteiligungsgesellschaft United Internet AG hat sich von ihrem 15-Prozent-Anteil am Werbevermarkter Adlink Internet Media getrennt.

Reuters FRANKFURT. United Internet habe gegenüber der US-Gesellschaft DoubleClick von seiner Verkaufs-Option für die Adlink-Aktien Gebrauch gemacht, teilte die im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax-50 gelistete Gesellschaft am Freitag mit. Double-Click erhalte damit gleichzeitig eine Kauf-Option auf weitere 21 % des Grundkapitals der Adlink, bei deren Ausübung kein weiterer Kaufpreis zu zahlen sei. Der Adlink-Verkauf führe zu einem außerordentlichen Ertrag von 25,7 Mill. Euro für die United Internet AG.

Analyst Tobias Sitting von BNP Paribas sagte Reuters, die eingelöste Verkaufsoption trage wesentlich zum Schuldenabbau von United Internet bei. Am vergangenen Dienstag hatte United Internet-Chef, Ralph Dommermuth, angekündigt, bis zum Jahresende die Schulden komplett abbauen zu wollen. Nach eigenen Angaben steht United Internet bei den Banken mit rund 85 Mill. Euro in der Kreide.

Die weitere Kaufoption auf 21 % des AdLink-Grundkapitals kann DoubleClick nach Angaben von United Internet allerdings nur einlösen, wenn Adlink bis Ende 2003 in zwei von drei aufeinanderfolgenden Quartalen auf Basis des Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) schwarze Zahlen schreibt. "Erst dann können und werden sie die Option ausüben, weil es quasi ein Geschenk ist", sagte Hypo-Vereinsbank-Analyst Stefan Borscheid. Es sei jedoch nicht sicher, ob AdLink in diesem Zeitraum die Bedingungen erfülle, fügte er hinzu.



Die entscheidende Frage sei, wie groß die Synergieeffekte zwischen AdLink und dem europäischen Media-Geschäft von DoubleClick seien und wann der Online-Werbemarkt wieder anspringe, sagte Analyst Borscheid. "Ich glaube, AdLink kann die Bedingungen zur Ausübung der Call-Option frühestens 2003 erfüllen", fügte er hinzu. "Damit wird United Internet 2002 AdLink noch voll konsolidieren müssen und wahrscheinlich das Ergebnis von United Internet weiter belasten." Nach der Ausübung dieser Call-Option werde sich der Anteil von United Internet an Adlink auf 41 % verringern. Damit fließe das Adlink- Ergebnis nur noch anteilig (at equity) in die Gewinn- und Verlustrechnung der Holding ein. United Internet-Sprecher Marcus Schaps sagte indes, die Ausübung der Call-Option sei 2002 durchaus möglich.

Am Neuen Markt verteuerten sich Papiere von United Internet am Freitag um rund zwei Prozent auf 5,85 Euro. Adlink-Titel legten um mehr als 21 % auf 2,74 Euro zu.

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