15 Verletzte
Sieben Tote bei Zugunglück in Österreich

Beim schwersten Eisenbahnunglück in Österreich seit 30 Jahren sind am Dienstag südlich von Wien sieben Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, einige davon schwer.

dpa WIEN. Das gaben die Einsatzkräfte am Abend nach Abschluss der Bergungsarbeiten in der Gemeinde Wampersdorf, 30 Kilometer südlich von Wien, bekannt. Bei den Opfern handele es sich meist um Ungarn.

Zunächst blieb es rätselhaft, warum der Güterzug 400 Meter vom Bahnhofsbereich entfernt auf den entgegenkommenden Zug der so genannten Rollenden Landstraße geprallt war. Beide Lokführer überlebten das Unglück. Über die genaue Zahl der Todesopfer hatte es zunächst unterschiedliche Angaben gegeben.

Der von Süden kommende Güterzug hätte zum Unglückszeitpunkt nicht an dieser Stelle sein dürfen, berichteten Experten der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB). Sie sollen bis zum Ende der Woche die Unglücksursache auf der gut einsichtigen, eingleisigen Strecke herausfinden, sagte der ÖBB-Chef Rüdiger vorm Walde an der Unglücksstelle. Dazu müssten das Bahnpersonal befragt und die Signalanlagen sowie die Fahrtenschreiber der Unglückszüge untersucht werden. Der österreichische Verkehrsminister Mathias Reichhold machte sich am Unglücksort ein Bild von der Katastrophe.

Auf dem Autozug waren 20 Lastwagen, die im "Huckepack-Verfahren" vom oberösterreichischen Wels nach Sopron in Ungarn unterwegs waren. Die Fahrer dieser meist ungarischen und zwei jugoslawischen Lkw schliefen in einem Personenwaggon unmittelbar hinter der Lokomotive, als das Unglück passierte. Der Waggon wurde stark demoliert, sprang aus den Gleisen und kippte um. Fast 200 Rettungskräfte bemühten sich mehr als vier Stunden, die teilweise eingeklemmten Verwundeten zu bergen. Die Feuerwehr stieß auf Schwierigkeiten, weil ihre Bergungsgeräte auf Straßenunglücke, nicht aber auf das schwere Material der Eisenbahn zugeschnitten waren.

Mit der Rollenden Landstraße soll die viel befahrene Ost-West- Straßenroute entlastet werden. Die Lkw-Fahrer bleiben dabei nicht in ihren Fahrzeugen, sondern schlafen in einem gesonderten Eisenbahnwaggon, um die Ruhezeiten einzuhalten.

Sechs Hubschrauber brachten die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser. Ein ähnlch schweres Zugunglück hatte es in Österreich zuletzt 1971 gegeben. Damals waren wegen einer falsch gestellten Weiche bei Villach zwei Züge zusammengestoßen. Acht Menschen waren gestorben und 27 wurden verletzt.

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