150 deutsche Athleten dabei
Griechischer Präsident Stefanopoulos eröffnet Olympische Spiele in Athen

Der griechische Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos hat die Olympischen Spiele in Athen eröffnet. Zuvor hatte IOC-Präsident Jacques Rogge bei der Eröffnungsfeier dem Gastgeberland gedankt.

HB ATHEN. Der griechische Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos hat am Freitagabend um 22.44 Uhr MESZ die 28. Olympiade der Neuzeit eröffnet. Bei der mehr als drei Stunden dauernden Eröffnungsfeier hatte zuvor IOC-Präsident Jacques Rogge an die Fairness der Athleten appelliert und den Organisatoren gedankt. Mit einer gigantischen Lichtshow sowie einer Zeitreise durch die Geschichte der Olympischen Spiele wurden zudem die Skeptiker beruhigt, die auf Grund der schleppenden Vorbereitungen ihre Zweifel an der optimalen Austragung der Sommerspiele geäußert hatten.

Vor 72.000 Zuschauern und geschätzten drei Milliarden Menschen vor den Fernsehgeräten spannten die Organisatoren der Feier einen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit. Besonders bejubelt wurde die Flutung des Stadion-Innenraums mit mehr als zwei Millionen Litern Wasser. Während die griechische Athletin Zoe Dimoschaki den olympischen Eid sprach, entzündete Nikolaos Kaklamanakis das Feuer mit der Fackel, die in den vergangenen sechs Monaten über eine Strecke von 74.000 Kilometern erstmals um die gesamte Welt getragen wurde. Ein grandioses Feuerwerk beendete um 0.11 Uhr Ortszeit die Eröffnungsfeier.

Im Laufe der Zeremonie - exakt von 21:27 Uhr Ortszeit an - zogen Sportler aus allen 202 teilnehmenden Ländern unter den Klängen des niederländischen DJ Tiesto in das Olympiastadion von Athen. 20 Minuten später führte Springreiter Ludger Beerbaum als Fahnenträger die deutsche Delegation in das Rund der Traditionsarena. Rund 150 Athleten der 451 starken deutschen Mannschaft winkten dabei in das Publikum. Knapp zwei Stunden dauerte der Einzug der teilnehmenden Nationen.

Für ein Politkum sorgte dabei der Iraner Arash Miresmaeili. Der Judo-Weltmeister von 2001 und 2003 hatte am frühen Abend seinen Verzicht auf den olympischen Wettkampf bekannt gegeben. Begründung: Er hätte in der ersten Runde gegen den Israeli Ehud Vaks antreten müssen. Aus Sympathie für das palästinensische Volk wird der Medaillenkandidat seine Chance am Samstag nicht annehmen. Beim Einzug seiner Mannschaft trug er trotzdem die Fahne.

Nach dem Einzug der Mannschaften und anschließendem kurzen Feuerwerk trat die isländische Sängerin und Darstellerin Björk mit dem Lied «Oceania» auf. Sie stellte in ihrer Performance eine Sirene dar, die in der griechischen Mythologie auf den Reisen des Odysseus die Seefahrer zum Kentern anlockte. Überraschend meldeten sich anschließend die beiden russischen und US-amerikanischen Commander der Sojus-Raumkapsel aus dem Weltall und wünschten ein gutes Gelingen der Spiele. Anschließend zeigte ein einzelner Fahnenträger innerhalb einer Stadionrunde die Höhen und Tiefen der Olympischen Spiele der Neuzeit auf, die 1896 in Athen ihren Anfang genommen hatten.

Danach meldete sich IOC-Präsident Jacques Rogge, der gemeinsam mit der Präsidentin des Organisationskomitees, Gianna Angelopoulos-Daskalaki, sieben Minuten vor 21.00 Ortszeit das Stadiom betreten hatte, zu Wort. Der Mediziner überraschte das Publikum, in dem er seine Rede in griechischer Sprache begann. Der Belgier bedankte sich bei Angelopoulos-Daskalaki und ihrem Team, das die schleppenden Vorbereitungen auf die Spiele forciert hatte: «Die Welt ehrt euch und dankt euch.» Zudem sagte Rogge allen Helfern und Freiwilligen ein Dankeschön, «ohne sie würde nichts möglich sein.»

Angelopoulos-Daskalaki hatte zuvor ein «neues Griechenland» angekündigt, da Athen durch die Städte zu einer modernen Stadt herangewachsen war. «Griechenland ist hier. Millionen von Griechen haben hart gearbeitet. Zusammen schreiben wir ein neues Kapitel der Olympischen Spiele. Olympische Spiele - willkommen zu Hause.» Anschließend appellierte Rogge, als Segler selbst dreimaliger Teilnehmer an Olympischen Sommerspielen, an den Fair-Play-Gedanken. «Geben Sie uns Gründe, an den Sport zu glauben, in dem ihr Doping und mangelnde Fairness ablehnt.« Auch sollen die Spiele beitragen, nationale, politische, religiöse und sprachliche Barrieren zu überwinden. «Unsere Welt benötigt Frieden, Toleranz und Freundschaft», so Rogge, der danach «die Ehre» hatte, den Präsidenten Griechenlands Konstantinos Stefanopoulos einzuladen, die Olympischen Spiele zu eröffnen.

Um 23.44 Uhr Ortszeit sprach der Politiker dann die traditionellen Worte: «Ich erkläre die Olympischen Spiele von Athen zur Feier der 28. Olympiade moderner Zeitrechnung für eröffnet.»

Unter den Zuschauern im Stadion waren neben dem deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler auch andere Politiker wie der englische Premierminister Tony Blair und die spanische Königin mit ihrer Tochter. Bei den ersten Sommerspielen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch wie nie. Anzeichen auf einen Anschlag gebe es laut dem Minister für öffentliche Ordnung, Giorgos Voulgarakis, aber nicht.

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